Wie ein gutes Bett den Schlaf fördert

Morgens erholsam aufzuwachen, ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Menschen fühlen sich beim Start in den Tag nicht ausgeruht und wie gerädert. Nicht selten kann ein falsches Bett die Ursache sein. Das Bett zählt neben dem Schlafumfeld zu dem wichtigsten Faktor, wenn es um erholsame Nachtruhe geht. Es sorgt dafür, dass die Muskulatur sich entspannt und die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form beibehält. Ein Schlafsystem sollte immer den Körper so nachmodulieren, dass dieser auch im Liegen dieselbe Haltung und Form beibehält, wie im Stehen. Liegt man jedoch falsch, führt dies früher oder später zu Verspannungen, Rückenschmerzen oder auch zu Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose). Verspürt man bereits Rücken- oder Nackenschmerzen, dann kann das ein Hinweis darauf sein, dass mit dem Bett etwas nicht stimmt.

Eine gute Kombination aus Lattenrost, Matratze, Kopfkissen und Zudecke bietet die erforderliche Stützung oder Entlastung, um in der Nacht eine Entspannung der Muskulatur und der Bandscheiben zu gewährleisten. Ein passendes Bett zu finden, welches nicht nur gut aussieht, sondern auch für einen gesunden Schlaf sorgt, ist nicht immer ganz einfach. Wärmeempfinden, körperliche Beschwerden oder die bevorzugte Schlafposition müssen unbedingt berücksichtigt werden.


Was ist ein Bettencheck?

Der Bettencheck umschreibt die Überprüfung des eigenen Schlafumfeldes. Hierbei wird das Bettgestell, der Lattenrost, die Matratze, die Zudecke sowie das Kopfkissen auf die eigenen körperlichen Anforderungen in Bezug auf Ergonomie, Funktionalität und Hygiene überprüft. Nachfolgend erfahren Sie, was Sie hierbei beachten sollten. Eine exakte Regel für eine Turnusüberprüfung kann nur schwer ausgesprochen werden. Hier kommt es auf die Nutzung bzw. Art der Nutzung des Bettes an. Es fängt schon mit der Frage an, ob Sie im Bett arbeiten, Ihr 25 kg Hund am Fußende liegt, Sie krankheitsbedingt viel im Bett liegen müssen oder Ihre Kinder das Bett als Trampolinersatz verwenden. Einmal im Jahr ist sicherlich ein guter Anfang. Setzen Sie sich am Besten einen festen Termin.

Man mag es kaum glauben, aber ein Bett ist enormen Belastungen ausgesetzt. Sobald Sie sich im Bett bewegen, um z.B. die Schlafposition zu wechseln, wird das Bett dynamisch belastet. Die Last verteilt sich in diesem Moment nicht mehr gleichmäßig auf der Fläche, sodass es punktuell stärker beanspruchte Bereiche gibt. Die Kraftentwicklung ist hierbei je nach Gewicht des Nutzers und der Geschwindigkeit der Bewegung unterschiedlich stark. Diese Bewegungsenergie wird von der Matratze über den Lattenrost (Unterfederung) aufgenommen und an den Bettrahmen weitergeleitet. Das es hierbei zu (ungleichen) mechanischen Belastungen kommt, ist selbstredend. In manchen Situation befindet sich das Doppelbett auch in einer Nische, sodass jeden Tag ein Partner stets eine Betthälfte queren muss, um auf die andere Seite des Bettes zu gelangen.


Neukauf immer notwendig?

Wer auf der Suche nach einem neuen Bett ist, der wird oftmals von zahlreichen Angeboten erschlagen. Sollte man hier vorrangig auf die Optik, den Preis oder vielleicht doch die Größe achten? Immer wieder sind Verbraucher überfordert, wenn es darum geht ein Bett zu kaufen und das zurecht. Da wir ja mittlerweile gelernt haben, dass für erholsamen Schlaf die vier Kernkomponenten Matratze, Lattenrost, Zudecke und Kopfkissen entscheidend sind, sollte man zunächst in Erfahrung bringen, welche Anschaffung überhaupt notwendig ist. Evtl. haben Sie ja bereits eine perfekt auf Sie abgestimmte Matratze, aber Ihre Unterfederung bzw. Ihr Lattenrost kann diese guten Eigenschaften nicht unterstützen.

Doch wer kann mir helfen, was noch gut ist oder besser ausgetauscht werden sollte? Im Zweifelsfall bieten Beratungszentren oder Fachhändler einen kompetenten Bettencheck an. Man kann aber auch durchaus schon einiges selbst „checken“. Die nachfolgende Grafik zeigt auf, welche der vier Kernkomponenten für welche Körperbereiche elementar wichtig sind. Viele Menschen verbinden nämlich fälschlicherweise mit dem Thema Bett nur die Matratze.

Zusammenhang zwischen Bett und Mensch
Diese vier Kernkomponenten sollten im Bettencheck beachtet werden

Elementarcheck – Bettgestell

Bevor es an die Überprüfung der vier Kernkomponenten geht, muss zunächst das Bettgestell technisch bzw. mechanisch in Ordnung sein. Es soll keine scharfen Kanten aufweisen und natürlich nicht knarzen.

Hier empfiehlt sich also:

  • Befestigungselemente auf festen Halt überprüfen (auf Spaltmaße und Verformungen achten)
  • Hebemechanismen, Verbindungselemente und Stellen mit Materialmix (Holz, Kunststoff oder Metall) auf Verschleiß überprüfen
  • Holz auf Risse überprüfen (häufige Ursache für Knarzgeräusche und nicht selten ein Anzeichen für zu trockene Raumluft)
  • Auf scharfe Kanten untersuchen (Scheuerspuren an Matratze oder Bettlaken)
  • Alle Lamellenstäbe des Lattenrosts auf Unversehrtheit prüfen
  • Bewegliche Teile evtl. Einfetten oder Einwachsen

Konnten Sie keine Mängel feststellen oder die Mängel beseitigen, geht es an die eigentliche Überprüfung Ihres Bettsystems.


Kopfkissen innerhalb einer Lupe - der Bettencheck

1. Kopfkissen

Das Kissen muss in der Seitenlage den Höhenunterschied zwischen der eingesunkenen Schulter und dem Kopf ausgleichen, ohne die Halswirbelsäule abzuknicken. Normale Feder- oder Faserkissen sind zwar schön zum Kuscheln, erfüllen jedoch nur selten spezielle Stützanforderungen. Jedes Kissen hat bei guter Pflege und regelmäßiger Reinigung nach ca. 3 – 4 Jahren ausgedient. Man sollte immer daran denken, dass sich in ihnen unter anderem Staub, abgestorbene Hautzellen, Öle und Fette sowie Haare ansammeln. Bei starken Verschmutzungen oder Gerüchen trotz Reinigung ist eine Neuanschaffung unumgänglich. Doch Vorsicht: Es gibt zahlreiche Materialien mit unterschiedlichen Reinigungsverhältnissen. Während Daunenkissen bei bis zu 60 Grad waschbar sind, sollten beispielsweise Gel- und Dinkelkissen oder Kissen mit Tierhaarfüllungen auf keinen Fall gewaschen, sondern lediglich ausgelüftet werden.

Hat man ein Kissen mit sogenannter „loser Füllung“, so gibt es einen kleinen Test: Falten Sie hierzu Ihr Kissen etwa in der Mitte zusammen und halten Sie es ungefähr 30 Sekunden lang fest. Springt es danach sofort in seine ursprüngliche Form zurück, ist dies schonmal ein gutes Zeichen. Bleibt es geknickt, wird es Zeit an eine Neuanschaffung zu denken. Wie bereits erwähnt, ist dieser Test nicht für formstabile Kissen mit Viskoseschaum, Gelschaum oder Latex bestimmt.

Bettencheck Checkliste – Was ist beim Kissen zu beachten?

Wenn eine der nachfolgenden Aussagen zum Thema zutrifft, dann haben Sie vermutlich das falsche Kissen:

  • Ich knautsche häufig mein Kopfkissen, da ich mit dem Kopf zu hoch oder zu flach liege.
  • Mein Kopfkissen ist am Morgen durchgeschwitzt.
  • Ich bekomme im Liegen ein Schwindelgefühl.
  • Mir schmerzt im Liegen oft das Ohr.
  • Ich leide unter Verspannungen im Nacken und in der Schulter.

Bettencheck Zudecke

2. Zudecke

Die Zudecke sollte vor Zugluft schützen und die Hauttemperatur und die schwankende Körperkerntemperatur ausgleichen. Der Bezug sollte bevorzugt weich, anschmiegsam, kuschelig und nicht zu schwer sein. Das Füllmaterial ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern hinsichtlich Schlafklima, Allergien und Waschbarkeit entscheidend. Auch ökologische Aspekte spielen eine immer größere Rolle bei der Anschaffung. Eine Zudecke erfüllt bei entsprechender Pflege und Reinigung meist bis zu 8 Jahre zuverlässig ihren Dienst. Ein bis zweimal im Jahr sollten waschbare Decken gereinigt werden. Damit man die richtigen Pflegehinweise auch noch später weiß, niemals die Etiketten abschneiden. Produkte aus Seide oder Tierhaar brauchen in der Regel weniger Pflege, denn die natürlichen Fasern verfügen über einen sogenannten Selbstreinigungseffekt. Oberflächlicher Schmutz sollte immer sofort abgebürstet werden. Wer heftig schwitzt, sollte die Zudecke regelmäßig zum Lüften über einen Wäscheständer hängen.

Bettencheck Checkliste – Was ist bei der Zudecke zu beachten?

Wenn eine der nachfolgenden Aussagen zum Thema zutrifft, dann haben Sie vermutlich eine falsche Zudecke:

  • Ich schwitze oder friere nachts häufig.
  • Meine Schulter ist nachts nicht zugedeckt.
  • Meine Decke ist nicht mindestens 20 – 30 cm länger als meine Körpergröße.
  • Meine Decke entspricht in der Breite nicht mindestens meiner dreifachen Schulterbreite.
  • Mir tränen nachts die Augen.
  • Ich bekomme nachts nicht ausreichend Luft.
  • Ich empfinde meine Decke als zu schwer.
  • Meine Decke lädt sich statisch auf.
  • Ich fühle mich unter meiner Decke nicht wohl.

Bettencheck Matratze