Laut einer Kundenbefragung fühlen sich 85% der Kunden beim Matratzenkauf völlig überfordert und schlecht beraten. Wir verraten ihnen, worauf sie im Matratzendschungel achten sollten

Das Maß aller Dinge sind SIE

Um es vorwegzunehmen: Die beste Matratze für jeden gibt es nicht. Es gibt aber eine Reihe von Matratzen, welche aufgrund ihrer Verarbeitung und Gebrauchseigenschaften bei der Matratzenwahl mit in Betracht gezogen werden sollten und eine Empfehlung verdienen. Die persönlichen Anforderungen sind sehr individuell. Berücksichtigen Sie beim Matratzenkauf folgende Faktoren:

  • Bevorzugte Schlafposition
  • Körpergröße
  • Körpergewicht
  • Körperbau (Ausprägung Schulter, Becken, Taille)
  • Druckempfinden
  • Wärmebedarf, Schwitzverhalten
  • Allergien und Materialverträglichkeit
  • Krankheiten: Herz-Kreislauf, Entzündungen, Magen
  • Rückenerkrankungen: z.B. Skoliose

Matratzenkauf ist Vertrauenssache

Seine persönlichen Anforderungen zu kennen reicht nicht aus. Die richtige Auswahl aus einer schier unübersehbaren Produktpalette muss einem Profi überlassen werden. Denn spätestens bei der Liegeprobe auf der fünften Matratze wissen sie nicht mehr, wie sich die erste angefühlt hat. Und das Liegegefühl beim Matratzenkauf kann trügen. Ist die alte Matratze zu hart, kann eine zu weiche Matratze sich schön druckentlastend anfühlen, aber nicht die richtige Stützung bieten. Hier erlebt man den Wechsel in das gegenteilige Extrem.

Die richtige Festigkeit

Ja, das Körpergewicht spielt eine Rolle, aber immer im Zusammenhang zur Körpergröße.
Wer 76 kg wiegt und 170cm groß ist, sollte mit einer mittleren Festigkeit (H2, medium) klarkommen. Ist dieser dann irgendwann 90 kg schwer, benötigt er vermutlich einen festen Härtegrad. Bei einem Körpergewicht von 90 kg und einer Körpergröße von 190 cm verteilt sich das Gewicht auf eine größere Fläche. Daher kann der mittlere Härtegrad ausreichen.

Schwierig ist der Vergleich der unterschiedlichen Matratzen bezüglich der Festigkeit, da es keine Härtenorm gibt. Die Bauart, die Kern- und Polstermaterialien und auch der Bezug bestimmen die Festigkeit. Bei Kaltschaummatratzen sorgt ein höheres Raumgewicht für eine angenehmere Softigkeit. Bei Federkernmatratzen wird die Festigkeit z.B. auch durch eine Kokosauflage erhöht. Je dicker die Feinpolsterung aus Faser oder Schurwolle ist, desto softer wirkt die Matratze. Die Feinpolsterung sollte schon etwa 400g pro qm stark sein. Fazit: die Härtegradangabe an der Matratze gibt KEINEN Aufschluss über die eigentliche Festigkeit der Matratze. Diese dient lediglich dazu, die unterschiedlichen Festigkeiten eines Modells zu unterscheiden.

Die richtige Druckentlastung

Eine zu feste Schlafunterlage stört nicht nur den Schlaf, sondern auch die Durchblutung. Das Einschlafen der Gliedmaßen ist ein Indiz hierfür. Bei Seitenschläfern muss die Schulter und das Becken ausreichend entlastet werden.
Liegen wie auf Wolken – versprechen einige Hersteller. Matratzen mit druckentlastenden Auflagen liegen zwar im Trend, doch fehlt diesen Matratzenmodellen zu häufig die richtige Stützung.

Die richtige Stützung

Die Hersteller werben oft mit vielen Liegezonen. Doch entscheidend ist nicht die Anzahl der Zonen, sondern bei Seitenschläfern die richtige Entlastung der Schulter- und Beckenpartie, bei Rückenschläfern die Stützung der Lordose. In der Rückenlage muss die natürliche S-Form der Wirbelsäule erhalten bleiben, die Matratze sich dem Rücken anpassen. Passt die Hand bei der Liegeprobe unter die Lordose, so ist die Matratze definitiv zu hart.
Schlafen Sie bevorzugt auf der Seite, so müssen Schulter und Becken einsinken können, die Wirbelsäule muss geradlinig verlaufen. Ein Abtasten alleine hilft nicht immer. Kippen die Knie zu weit ab, verdreht die Wirbelsäule im Bereich der Lendenwirbel. Hier hilft die Erfahrung des Fachberaters.
Keine Matratze stützt die Halswirbelsäule, so dass ein auf die Schlafunterlage abgestimmtes Nackenstützkissen erforderlich ist.

Die richtige Größe

Beachten Sie, dass sie auch im Schlaf Platz brauchen, um sich leicht drehen zu können und nicht jedesmal irgendwo anstoßen. Ist das Bett zu klein, kann es zu einer gekauerten Haltung führen, welche die notwendige Entspannung von Muskulatur und Bandscheiben nachhaltig stört. Die Matratze sollte 15 cm länger als der Schläfer sein. Ab 185 cm Länge empfehle ich eine 220cm lange Matratze. Ideal ist eine Matratzenbreite von 90 bis 100 cm je Schläfer. Beliebt sind zwar einteilige Matratzen über 140 cm wegen der durchgehenden Liegefläche, doch stört das nächtliche Wenden des Partners den Schlaf und zu selten entspricht die Matratze den individuellen Anforderungen beider Schläfer.

Der richtige Matratzentyp

Ob Federkern, Kaltschaum oder Latex – es ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Jeder Kern und jedes verarbeitete Material verändert die Liegeeigenschaften und das Schlafklima.
Seien Sie sich im klaren, was Sie von ihrem Schlafplatz erwarten. Einige Matratzentypen können die Erwartungen erfüllen, andere nicht.

Die richtige Bezugsausstattung

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