Das wissentliche Aufwachen um ca. 3 Uhr morgens ist kein mystischer oder übernatürlicher Grund, sondern ein Problem, das je nach Schweregrad mit Schlafstörungen oder Angstzuständen zusammenhängt. Dennoch ist es ein Phänomen, das einer Erklärung bedarf, um es besser zu verstehen und damit umgehen zu können. Die Tatsache, dass Sie um diese Zeit aufwachen und nicht wieder einschlafen können, ist ein sehr ernstes Problem, wenn es sich über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt. Deshalb ist es wichtig, mit dieser Situation richtig umzugehen. Dieses Phänomen wird umgangssprachlich auch als Wolfsstunde bezeichnet. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen. Man vermutet, dass der Begriff „Wolfsstunde“ – auch „Stunde des Wolfes“ genannt – aus der Antike stammt. Er beschreibt die Zeit in der Nacht, in der alle schlafen und nur noch die Wölfe aktiv sind. Wie vermutlich die Betroffenen auch.

Es gibt viele Vermutungen für dieses häufige Phänomen

Schlafzyklus

Zunächst sollte man wissen, dass zu diesem Zeitpunkt bei den meisten Menschen der Schlafrhythmus bereits die „erste Runde“ gedreht hat. Das heißt, wir haben alle Schlafphasen durchlaufen und der Körper beginnt mit einem neuen Zyklus. Zwischen den beiden Zyklen wird man kurz wach, wovon man selbst aber nichts merkst. Das wäre ein gesunder Normalzustand.

Sensibel gegen Hormonschwankungen

Eine weitere Ursache kann das natürliche Ungleichgewicht im Hormonhaushalt sein. Zwischen zwei und drei Uhr nachts läuft unser Schlafhormon Melatonin auf Hochtouren. Gleichzeitig ist das Glückshormon Serotonin als auch das Anti-Stress-Hormon Cortisol auf einem Tiefstand. Aufgrund dieses Ungleichgewichts der Hormone kann es passieren, dass man wach wird und mit betrübter Stimmung anfängt zu grübeln. Hier scheint es Menschen zu geben, die sensibler auf diesen Zustand reagieren. Mittlerweile gibt es Testkits, mit denen man den eigenen Hormonhaushalt überprüfen kann. Lesen Sie hierzu unseren Artikel “Besser schlafen dank Hormonbalance“.

Biphasischer Schlaf

Einige Experten gehen davon aus, dass der Grund für die Wolfsstunde der biphasische Schlaf (Schlafen in zwei Blöcken) ist. Früher haben die Menschen in zwei Etappen geschlafen. Demnach ging die erste Etappe Schlaf von ca. neun Uhr abends bis ca. zwei Uhr nachts und die zweite Etappe von den frühen Morgenstunden bis zum Sonnenaufgang. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung änderte sich unser Schlafverhalten. Einen Beweis für diese Theorie gibt es bisher aber nicht.

Ängste

Das Thema Ängste wird auch häufig mit der Wolfsstunde in Verbindung gebracht. Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass es sich dabei um eine Reaktion unseres Gehirns auf einen erhöhten Angstzustand handelt, den wir in einem bestimmten Moment empfinden können. Dieser Angstzustand kann sich auch zu einer anhaltenden Schlafstörung entwickeln, die wir behandeln sollten. Es ist wichtig, die gesamte Symptomatik zu berücksichtigen, die mit diesen Schlafstörungen einhergeht: In dem Moment, in dem die Person aufwacht, fühlt sie sich sehr unruhig. Sie verspürt Tachykardie (Herzrasen) oder ein Gefühl der Bedrohung. Häufig ist es unmöglich, wieder einzuschlafen. Dies verstärkt unsere Nervosität sowie negative Gedanken und die Unfähigkeit zu schlafen. Die Folge: Kein richtiger Tiefschlaf, was dazu führt, dass wir müde aufstehen. Dieses Phänomen kann sich ein- oder zweimal pro Woche wiederholen.

Zusammenhänge zwischen Angst und Schlaflosigkeit

Wenn Sie im Laufe der Woche anfangen zu bemerken, dass Sie nachts häufig und fast immer zu diesen Zeiten aufwachen, sollten Sie sich zunächst fragen, ob Sie sich über etwas Sorgen machen. Ob Sie sich von einem Problem bedroht fühlen, ob Ihre Arbeit Sie überfordert oder ob Sie im Moment unter einem emotionalen Problem leiden. All diese Faktoren erzeugen Ängste, die uns nicht immer bewusst sind. Deshalb reagiert unser Gehirn auf dieses Problem mit n