Im Jahre 1902 wurde von Emil Fischer (1852 – 1919) – Chemiepreisträger von 1902 – und dem anerkannten Kliniker Joseph von Mering das „Veronal“ erfunden. Weil von Mering, der das Mittel auf einer Bahnreise von Berlin nach Basel einnahm, angeblich erst in Verona wieder erwachte und ihm die Stadt so gut gefiel, bekam das Medikament den klangvollen Namen Veronal. Am 31. Juli 1903 kommt die „Veronal“ getaufte Schlaftablette von der Firma Merck KGaA einem deutschen Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie auf den Markt. Aber schnell zeigt sich, dass der laut Werbung „erquickende Schlaf ohne lästiges Aufwachen“ etliche Nebenwirkungen nach sich zieht. Es dauert Tage, bis Veronal im Körper abgebaut ist. Berichte über Suchtverhalten und Selbstmorde häufen sich. Auch die bald eingeführte Rezeptpflicht kann daran wenig ändern. Obwohl die Barbiturate nach dem Zweiten Weltkrieg unter Medizinern in Verruf geraten, geht Veronal noch bis Anfang der 60er Jahre in der Bundesrepublik über die Ladentheken.


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