Frankreichs berühmtester Herrscher, der Sonnenkönig Ludwig XIV galt als ausgesprochener Bett-Anbeter. Er besaß mehr als 400 riesige, teilweise mit Edelsteinen verzierte Betten aus erlesensten Hölzern. Der Schlafraum bildete nicht nur die räumliche Mitte des Palastes, sondern das Herrschaftszentrum des Königreichs. Der Tagesablauf es Königs war streng geregelt und er war nicht eine Minute unbeobachtet

Die Rituale reichten vom morgendlichem Lever“ (Aufstehen) bis zum nächtlichen „Coucher“ (Zu-Bett-Gehen).

„Morgens um acht begann die erste Zeremonie des Tages, das „Lever“, das öffentliche Aufstehen des Königs. Als Lever (frz. Lever = aufstehen) bezeichnete man das Hofzeremoniell von Versailles, den Morgenempfang (Audienz am Morgen) des Königs und es wurde später auch von anderen Herrschern übernommen.

Es ist überliefert, dass er täglich nacheinander seine Familie, diverse Adlige, seine Leibärzte sowie Minister und Staatssekretäre empfing, während er selbst noch im Bett lag, sich ankleidete und frühstückte. Seine Majestät war also auch im Schlafgemach immer im Dienst.“

Das morgendliche „Lever du Roi“ – der Empfang durch seine noch im Bett ruhende Majestät, war das wichtigste gesellschaftliche Ereignis des Tages und wurde zum berüchtigten Staatsakt. Niemals zuvor, aber auch nie mehr danach, hat die Repräsentation in einem Bett solche Ausmaße erreicht.


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