Wenn das Wort „Schlaflabor“ erwähnt wird, sind viele Patienten verunsichert, da man bei einem Labor direkt an Versuche denkt. Dies ist aber nicht der Fall.

Ein Schlaflabor ist eine medizinische Einrichtung, die dazu dient, den Schlaf von Patienten zu untersuchen. Es ist nichts anderes als eine Art „Hightech-Schlafzimmer“ mit unterschiedlichsten Messgeräten die nachts Tausende von Daten sammeln. Der Patient wird mit verschiedenen Apparaturen verkabelt, die das nächtliche Schlafverhalten kontinuierlich dokumentieren.

In der Nacht beginnen Nerven, Herz und Muskeln ihr Eigenleben. Ob alles im normalen Rahmen bleibt, können Ärzte im Schlaflabor feststellen. Dafür findet im Schlaflabor das „Verkabeln“ des Patienten statt.

Folgende Aufzeichnungen werden u.a. vorgenommen:

  • EOG Elektrookulographie = Augenbewegungen
  • EKG Elektrokardiographie = Herzströme
  • EMG der Kinnmuskulatur Elektromyographie = Erfassung der Muskelspannung
  • EMG der Beinmuskulatur Erfassung von Beinbewegungen
  • Schnarchgeräusche über ein Mikrophon
  • Atemfluss über eine Nasenstaudruckbrille
  • Atembeobachtung des Brustkorbes
  • Atembeobachtung des Bauches
  • Körperlage
  • Sauerstoffgehalt im Blut
  • Arterieller Blutdruck

Aufgrund dieser Messwerte kann am Morgen danach ein sehr genaues Schlafprofil der einzelnen Schlafstadien erstellt werden. Dieses Schlafprofil lässt Rückschlüsse auf die Schlafqualität und die Ursachen zu, welche die Schlafqualität gegebenenfalls beeinträchtigen

Das erste klinische Schlaflabor der Welt wurde am Ende der 1960er Jahre an der Stanford-Universität in Palo Alto, Kalifornien von William C. Dement eröffnet und das erste Schlaflabor in Deutschland wurde Anfang der 70er Jahre in der Neurologischen Klinik des Hessischen Diakoniezentrums Hephata eingerichtet.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) betreibt ein Verfahren der Akkreditierung, bei dem inzwischen etwa 320 Schlaflabore in Deutschland teilnehmen (Stand Dezember 2012). Ziel ist die Sicherung und Verbesserung der Qualität der Versorgung der Patienten in der Schlafmedizin. [

Eine Liste der bei der DGS akkreditierten Schlaflabore kann unter dem Link

https://www.dgsm.de/fileadmin/dgsm/netzwerke/insomnie/AG-Insomnie-Liste-Schlaflabore-05-2016.pdf

abgerufen werden.



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