Die ersten Veröffentlichungen zu diesem Thema gehen auf das Jahr 1934 zurück. Die zahnärztlichen Therapieversuche der 1970er Jahre mit umfangreicher „gnathologischer“ (einer zahnärztliche Fachrichtung, die sich mit der Artikulation und Okklusion der Zahnreihen befasst) Rehabilitation“ waren in der Regel nicht erfolgreich. Die eigentlich fundamentale Arbeit hierzu veröffentlichte Harold Gelb 1991.

Trotzdem ist der Bruxismus – so lautet die medizinische Bezeichnung für Zähneknirschen – wissenschaftlich vergleichsweise wenig beachtet. Es gibt in der zahnmedizinischen Literatur noch viel zu wenige Studien, um gesicherte Erkenntnisse zu verkünden. Es ist z. B. bis heute nicht klar, inwieweit eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt oder ob der Bruxismus grundsätzlich immer eine behandlungsbedürftige Krankheit darstellt.

Zähneknirschen geschieht unbewusst vorwiegend nachts. Dabei können durchaus laute Geräusche erzeugt werden. Die Kraft, die dabei aufgebracht wird, ist durchweg höher, als bei normalem Zerkleinern von Nahrung.

Mindestens ein Drittel aller Erwachsenen knirscht im Laufe des Lebens mit den Zähnen. Weil das kaum während der Wachphase passiert, sind es häufig die Lebenspartner, die das Problem zuerst entdecken. Knirschen mit den Zähnen schadet Erwachsenen, Kindern jedoch nicht. Kleinkinder malmen so lange, bis die Kau-Flächen von Ober- und Unterkiefer zueinander passen. Möglicherweise schleifen sich die Milchzähne dadurch sogar plan. Das ist nicht schlimm, denn sie bekommen neue Zähne.

Nachts fühlt sich der Partner, ähnlich wie bei einem Schnarcher, häufig durch das laute Zähneknirschen gestört. Schlafbezogenes nächtliches Zähneknirschen gehört zu den Schlafstörungen und sollte behandelt werden.

Das Zähneknirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne kann viele Ursachen haben, z.B.

  • schlecht sitzende Füllungen, Kronen, Brücken oder Prothesen
  • kieferorthopädische Fehlstellung
  • Verdrängte Aggressionen, Ärger und Sorgen, Trauer, Enttäuschung
  • permanenter Stress
  • Aggressionen werden häufig nicht ausgelebt, sondern unterdrückt
  • Depressionen oder soziale Vereinsamung

Die Folgen können sein, z.B.

  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Ohrpfeifen
  • Zahnschmelz wird abgerieben und reißt
  • Zahn kann auseinander brechen
  • Zahnfleisch kann schrumpfen
  • Zahnfleisch kann anfangen zu bluten
  • Kiefergelenke können schmerzen
  • Verspannungen und Schmerzen im Rückenbereich (Extremfälle)

Die zahnärztlichen Maßnahmen bekämpfen meistens nur das Symptom Zähneknirschen mit geeigneten Mitteln, nicht aber die Ursachen. Als vorbeugende Maßnahme gegen Bruxismus empfiehlt sich daher:

  • Vermeidung von chronischem Stress oder Angst
  • dauerhafte Veränderungen der Lebensweise
  • Vermeidung von Alkohol, Koffein, Nikotin
  • Vermeidung jeglicher Art von aufputschenden Mitteln
  • Behandeln von Schlafstörungen , Schlafapnoe, Schnarchen, Tagesmüdigkeit

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