Ein CPAP-Gerät wird unter anderem bei der Behandlung von Schlafapnoe angewandt. Jedoch weisen nun einige Studien darauf hin, dass die Verwendung eines solchen Beatmungsgeräts bei genannter Indikation zu Gewichtszunahme führen kann. Doch was ist die Schlafapnoe überhaupt und wie funktioniert die CPAP-Beatmung?

Schlafapnoe

Die Schlafapnoe zeichnet sich durch eine Atmungsstörung beim Schlafen aus. Dabei erleiden Betroffene während des Schlafens regelmäßige Atemaussetzer, außerdem kommt häufig ein sehr lautes Schnarchen hinzu. Der Großteil der Betroffenen ist übergewichtig und männlich. Die Schlafapnoe lässt sich in zwei Unterkategorien aufteilen: die obstruktive Schlafapnoe, auch OSAS genannt, und die zentrale Schlafapnoe. Erstere kommt am häufigsten vor und zeichnet sich durch ein Erschlaffen der Muskeln des Gaumens aus. Dadurch erschlafft auch die Zunge und fällt zurück in den Rachen, sodass die Luftwege teils oder komplett verschlossen werden. Der Körper kommt somit in einen aktiven Zustand, da er einen Sauerstoffmangel im Blut und im Gehirn feststellt und versucht, die Atmung wiederherzustellen. Der Betroffene wacht dabei meist kurz auf, dies kann bis zu 100 Mal in einer Nacht passieren. Bei der zweiten Form der Atemstörung liegt der Ursache in einer Fehlfunktion des Zentralen Nervensystems. Hierbei erschlaffen die Muskeln von Brust und Zwerchfell und stören dadurch die Atmung. Meist sind hierbei ältere Menschen betroffen.

CPAP-Beatmung

CPAP bedeutet „continuous positive airway pressure“ und ist eine Methode, um auf maschinelle Weise die Atmung zu unterstützen. Hierbei muss der Patient noch in der Lage sein, selbständig zu atmen. Mit dem Gerät wird in den Atemwegen der Druck erhöht, was die Einatmung erleichtert. Dieses Verfahren wird standardmäßig in der Intensivmedizin angewandt, jedoch kann auch die Schlafapnoe auf diese Art behandelt werden.

Die verschiedenen Studienergebnisse

Normalerweise wird ein guter und gesunder Schlaf mit einer Gewichtsabnahme assoziiert. Jedoch weisen nun einige Studien darauf hin, dass die Nutzung eines CPAP-Beatmungsgeräts zur Behandlung der Schlafapnoe zu einer deutlichen Gewichtszunahme führen kann. Dabei sind die Gewichtszunahmen umso signifikanter, desto länger und regelmäßiger die Beatmungshilfe angewandt wird.

Bei einer Studie der Harvard University in Zusammenarbeit mit der Standford University wurde eine Gruppe mit diagnostizierter Schlafapnoe sechs Monate lang mit einer CPAP-Beatmung behandelt, während die Kontrollgruppe ein Scheingerät bekam. Dabei kam heraus, dass die beatmete Gruppe im Schnitt 0,35 Kilogramm zugenommen hatte, während die Kontrollgruppe sogar 0,68 Kilogramm verlor. Studienteilnehmer, die das Gerät am kontinuierlichsten angewandt hatten, nahmen dabei am meisten zu. (https://jcsm.aasm.org/doi/full/10.5664/jcsm.3064)

In einer anderen Studie wurde festgestellt, dass der allgemeine BMI-Wert sich bei Nutzern der CPAP-Beatmung nach einem Jahr nicht veränderte. Jedoch hatten Frauen und nicht fettleibige Studienteilnehmer signifikant an Gewicht zugenommen. (https://jcsm.aasm.org/doi/full/10.5664/jcsm.27181)

In einer finnischen Studie von 2016 wurde herausgefunden, dass Studienteilnehmer, die schon zu Beginn fettleibig waren, an Gewicht zugenommen hatte, nachdem sie die CPAP-Beatmung fünf Jahre lang genutzt hatten. (https://jcsm.aasm.org/doi/full/10.5664/jcsm.5680)

Allerdings wurde in einer retrospektiven Studie mit Daten der Sleep Apnea Cardiovascular Endpoints (SAVE) Studie festgestellt, dass innerhalb von 3,78 Jahren keine Gewichtsveränderungen bei den Studienteilnehmern, die eine CPAP-Beatmung genutzt haben, festgestellt werden konnten. (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0012369218324826)

Jedoch wurde bei einer Metaanalyse von 25 randomisierten Studien mit 3181 Teilnehmern herausgefunden, dass die Patienten bei regelmäßiger Benutzung der CPAP-Beatmung unter einer Gewichtszunahme litten.

Welche Erklärungen gibt es für die Gewichtszunahme?

Die tendenzielle Gewichtszunahme bei einer Behandlung mit der CPAP-Beatmung aufgrund einer Schlafapnoe lassen Raum für verschiedene Erklärungen dieses Phänomens. Ein möglicher Grund könnte der höhere Grundumsatz des Körpers während einer obstruktiven Schlafapnoe sein. Da das System bei dieser Atemstörung die Nacht über immer wieder in einen aktiven Status wechselt, um die Atmung wiederherzustellen, verbraucht der Körper bei diesem Prozess mehr Kalorien als in einem ruhigen Schlafmodus. Wenn nun Betroffene die Behandlung mit der CPAP-Beatmung beginnen, verringert sich der nächtliche Grundbedarf, während die tägliche Kalorienzufuhr vermutlich nicht verändert wird. Dieses Phänomen wird auch bei Kindern beobachtet, bei denen aufgrund einer Schlafapnoe eine Mandelentfernung vorgenommen wurde.

Was bedeutet das für die Behandlung der Schlafapnoe?

Trotz des Phänomens der Gewichtszunahme bei der Behandlung der Schlafapnoe mit der CPAP-Beatmung sollte in Zukunft nicht auf die Behandlung verzichtet werden. Das Risiko des Übergewichts ist im Vergleich zu den einschränkenden Auswirkungen der Atmungsstörung gering. Sollte die Gewichtszunahme tatsächlich mit einem veränderten Grundumsatz einhergehen, kann das Problem außerdem leicht umgangen werden, indem die Patienten auf dieses Problem hingewiesen werden. Im Verlauf der Behandlung kann die Nahrungsaufnahme angepasst werden, sodass kein Kalorienüberschuss entsteht und somit das Risiko für Übergewicht minimiert wird.

Schlafapnoe Heilung statt Symptomtherapie

Die obstruktive Form der Schlafapnoe ist durch eine Kieferoperation heilbar. Mit der Rotation Advancement Operation (https://schlafapnoe.de/schlafapnoe-operation/) werden durch eine Vorverlagerung des Ober- und Unterkiefers die Atemwege um ein Vielfaches geweitet. Durch die erreichte Heilung der Schlafapnoe ist keine Lebenslange CPAP Therapie mehr notwendig und auch die Fettverbrennung funktioniert durch die verbesserte Sauerstoffsättigung deutlich besser.

Weiterführende Informationen rund um das Thema Schlafapnoe finden Sie unter www.schlafapnoe.de.

Fatos Gashi
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