Das Statistische Bundesamt kann es schwarz auf weiß belegen: Schlafen ist so zeitaufwendig und wichtig wie ein Hauptberuf. Jeder Deutsche verbringt durchschnittlich 8,22 Stunden täglich im Bett, nur noch 3,14 Stunden bei der Arbeit und 6 Minuten täglich mit dem Putzen seines Autos.

Nach einer Erhebung der Wissenschaftler der US-amerikanischen National Sleep Foundation schlafen die:

  • Japaner sechs Stunden und 22 Minuten am kürzesten
  • US-Amerikaner sieben Stunden 13 Minuten
  • Briten sieben Stunden 20 Minuten
  • Kanadier sieben Stunden 22 Minuten
  • Mexikaner acht Stunden und 15 Minuten
  • Deutsche acht Stunden und 22 Minuten.

Diese Zahlen sind Durchschnittszahlen, denn wie viele andere Dinge, ist auch Schlaf eine Frage des Alters.

In Deutschland gelten folgende Durchschnittswerte:

  • Neugeborene und Babys bis zu drei Monaten 15-16 Stunden
  • Vier bis elf Monate alte Kinder 12-14 Stunden
  • Drei- bis Fünfjährige 11-13 Stunden
  • Schulkinder zwischen sechs und 13 Jahren 9-11 Stunden
  • Teenager 8-10 Stunden
  • Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren 7- 9 Stunden
  • Senioren ab 65 Jahren 7- 8 Stunden

Doch eine solche Normierung des individuellen Schlafbedürfnisses ist schwierig, denn auch im Schlaf bestätigen Ausnahmen die Regel. Es wird allgemein akzeptiert, dass das individuelle Schlafbedürfnis zu einem großen Ausmaß von Erbanlagen bestimmt wird, und auch nicht durch „Gewöhnung“ oder „Training“ ausgeschaltet oder längerfristig ignoriert werden kann:

Die Schlafdauer wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, wie Schichtarbeit, Nachtarbeit etc.

Erhebungen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Zahl der Nacht- und Wochenendarbeiter in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. 2011 arbeiteten 8,9 Millionen Beschäftigte ständig oder regelmäßig am Wochenende. Zehn Jahre zuvor waren es nur 6,7 Millionen gewesen. 2001 lag die Zahl der Schichtarbeiter bei 4,8 Millionen, derzeit sind es über sechs Millionen.

Es gibt genügend Ausnahmen von der durchschnittlichen Schlafdauer wie folgende Zeitgenossen beweisen:

  • Goethe soll ja 13 Stunden Schlaf gebraucht haben,
  • Napoleon war schon nach vier Stunden, sein Spruch war „Männer schlafen 4 stunden, Frauen 5 und Idioten 6“
  • John F. Kennedy schlief nur 4 bis 6 Stunden
  • Wernher von Braun nannte sich selbst einen Schnellschläfer. Er kam mit sechs Stunden aus, stand jeden Morgen um fünf auf.
  • Tierschützer Bernhard Grzi­mek hielt seine 5 1/2 Stunden Nachtruhe für völlig normal.
  • Benjamin Franklin einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und der Erfinder des Blitzableiters, der mit drei Stunden Schlaf pro Nacht genug hatte, wurde mit folgender Aus­spruch überliefert: „Auf, auf, Kameraden! Vergeudet nicht euer Leben! Im Grab werdet ihr noch jahrelang genug schlafen
  • Konrad Adenauer hatte den Schlaf der Gerechten: Ab 50 kam er mit fünf Stunden Schlaf aus und war durch nichts zu stören. Er bekannte sich offen zum Schlummer bei Tageslicht.

Daneben gibt es selbstverständlich auch noch Kurz- und Langschläfer, gute und schlechte Schläfer, Morgen- und Abendtypen.
Fazit:

Die Schlafdauer, die ein Mensch benötigt, um wirklich ausgeschlafen zu sein, fällt individuell sehr unterschiedlich aus. Für die Steuerung der individuellen Schlafdauer ist die innere Uhr verantwortlich.

Zu wenig Schlaf erhöht insgesamt das Risiko für Gewichtszunahme, das Risiko auf Herzerkrankungen oder Diabetes und kann die Lebenszeit verkürzen

Aber auch zu viel an Schlaf scheint nicht gerade gesund zu sein. Die Studie des englischen Mediziners Cappuccio zeigte, dass sich bei Beamten, die acht oder mehr Stunden schliefen, das Risiko zu sterben, ebenfalls verdoppelte. Warum das so ist, wissen die Forscher nicht.



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