„Möge Gott Sie vor Schlaflosigkeit bewahren” wünschte Friedrich der Große dem französischen Philosophen Voltaire. Der Preußenkönig wusste, wovon er schrieb. Er zählt zu den prominenten Schlaflosen der Geschichte. Damals, im 18. Jahrhundert, war die Insomnie in Deutschland bei weitem nicht so verbreitet wie heute.

Heute ist Insomnie der der medizinische Fachausdruck für Schlaflosigkeit bzw. ein Mangel an Schlafqualität und/oder Quantität.

Mit dem Problem der Schlaflosigkeit sind Sie nicht allein – 15 bis 35 Prozent der Bevölkerung berichten von leichten Formen der sogenannten Insomnie, 4 Prozent leiden unter einer schweren Form, die auch Tagesablauf und Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Mitzunehmenden Alter steigt das Risiko einer Insomnie und so leiden schon 40% der über 65-Jährigen unter mangelndem oder nicht erholsamem Schlaf.

Wir unterscheiden zwischen

Transitorische Insomnie (‚vorübergehend‘):

Die Ein- und Durchschlafstörungen halten nur wenige Tage an. Diese Form wird meist durch eine akute Stresssituation in Beruf, Schule oder Privatleben verursacht.

Kurzfristige Insomnie:

Länger anhaltender Stress über einen Zeitraum von wenigen Wochen. Die Schlafprobleme normalisieren sich, sobald der Stress nachlässt oder der Betroffene mit dem Stress umzugehen lernt und sich an die Stresssituation gewöhnt.

Chronische Insomnie:

Der Betroffene kämpft fast jede Nacht mit Schlafstörungen und das über mehrere Monate oder sogar Jahre hinweg. Oft sind körperliche oder psychiatrische Beschwerden die Ursache.

Insomnien entstehen aus einem Missverhältnis zwischen Schlafbedürfnis und Schlafvermögen und sie werden diagnostiziert, wenn u.a. folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Klagen über Einschlaf- und Durchschlafstörungen
  • schlechte Schlafqualität
  • Morgendliches Früherwachen
  • Zu langer Schlaf
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Alpträume
  • nächtliche Angst- und Panikzustände
  • Schlafwandeln.
  • Zu langer Schlaf

Insomnien reichen von gelegentlichen Schlafproblemen bis hin zu chronischen Schlafstörungen mit teilweise starken Beeinträchtigungen der Tagesleistung und Tagesbefindlichkeit (Müdigkeit, Reizbarkeit, schlechte Stimmung etc.) und sie wirkten sich auf das seelische Wohlbefinden des Schlaflosen aus: Wer nachts zu wenig schläft, den holt die Müdigkeit tagsüber ein, sodass es zu Leistungs- und Konzentrationsschwächen kommt.

Insomnien erhöhen das Risiko für Depressionen um das 2-6fache, das Risiko von Herz- oder Hirninfarkten um bis zu 70%.

Die Behandlung der chronischen Insomnie kann nicht mit Medikamenten allein erfolgen, sondern es ist ärztliche Hilfe notwendig.



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