Der Physiologe und Schlafforscher Jürgen Zulley der sich seit mehr als 35 Jahren mit dem Thema Schlaf beschäftigt schätzt dass etwa sechs Prozent der Gesamtbevölkerung an einer „behandlungsbedürftigen“ Ein- und Durchschlafstörung leidet. Wer dauerhaft Einschlafprobleme hat, sollte besser seinen Hausarzt aufsuchen. Manchmal ist eine Untersuchung im Schlaflabor oder bei einem Psychiater oder Neurologen sinnvoll.

Bei gelegentlichen Einschlafproblemen helfen unter Umständen Einschlafhilfen. Darunter versteht man Maßnahmen „nichtmedizinischer“ Art, die das Einschlafen erleichtern sollen.

Oft wünschen sich Betroffene eine ruhige Nacht. Doch gelingt es ihnen nicht, ein- oder durchzuschlafen. Tagsüber sind sie dann todmüde. Bei vorrübergehender Schlaflosigkeit, die keine gesundheitlichen Ursachen hat, können Einschlafhilfen wahre Wunder bewirken. Hier wird tief mit folgenden beruhigenden und schlaffördernden Maßnahmen in die Entspannungskiste gegriffen.

  • einen kurzen Spaziergang machen
  • Entspannung durch Lesen
  • Milch trinken, sie enthält die Aminosäure “Tryptophan“, die müde macht. Das Glas warme Milch mit Honig ist ein beliebtes Hausmittel
  • Tee trinken ( Passionsblume, Katzenminze, Kamille oder Hopfen)
  • Erdnüsse essen sie machen aufgrund ihres „Tryptophan-Gehalts“ müde.
  • Bier trinken, alkoholfreies Bier hat auch eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung. Verantwortlich dafür ist vor allem der enthaltene Hopfen.
  • Schäfchen zählen. Die wohl bekannteste Einschlafhilfe kann tatsächlich helfen
  • Sport Wer Sport treibt, wird müde und kann danach besser schlafen
  • Duschen oder Baden. Warm, denn dann werden die Extremitäten erwärmt und das kann das Einschlafen erleichtern. Kalt wirkt kreislaufanregend und vertreibt die Müdigkeit
  • Ansteigende Fußbäder.
  • Kalte Armbäder. Sie wirken beruhigend auf Herz und Kreislauf und dauern zirka 10 bis 30 Sekunden
  • Saunabesuche, am besten nachmittags oder am frühen Abend können einige Stunden später gesteigerte Müdigkeit hervorrufen und damit das Einschlafen erleichtern.
  • Einschlafmusik kann den Einschlafprozess ankurbeln.
  • Gewöhnen an feste Einschlafrituale
  • Medikamente sollten aber der letzte Ausweg sein.

Das Einschlafen fällt umso schwerer, je mehr es „herbeigewünscht“ wird; in monotonen Situationen dagegen schlafen diese Patienten oft problemlos ein.

Es ist wichtig dass das Bett nur zum Schlafen da ist, damit der Körper es mit keiner anderen Tätigkeit assoziiert. Feste Bettgehzeiten sind empfehlenswert und auch die Temperatur im Schlafzimmer spielt beim Einschlafen eine Rolle. Die ideale Raumtemperatur zum Schlafen beträgt etwa 18 Grad.

Der krampfhafte Versuch, endlich einzuschlafen, führt meist nur zum Gegenteil. Dann gerät man schnell in einen Teufelskreis, bei dem man grübelnd im Bett liegt und erst recht nicht zur Ruhe kommt. In solchen Fällen ist es besser, wieder aufzustehen und sich für ein paar Minuten mit einer anderen Beschäftigung abzulenken.



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