Schlaf im Alter

Etwa die Hälfte der Menschen über 65 Jahre klagt über chronisch schlechten Schlaf. Älter zu werden bedeutet für den menschlichen Körper eine große Veränderung – auch in puncto Schlaf, denn im Laufe der Jahre finden Veränderungen der Schlafarchitektur statt.

  • Man schläft häufig nicht mehr so schnell ein
  • Die Dauer der Tiefschlafphasen nimmt ab
  • Der REM-Schlaf geht leicht zurück
  • Oft kommt es zu einem kompletten Verschwinden dieser Tiefschlafphasen
  • Der Schlaf ist öfter unterbrochen
  • Die Schlafdauer im Alter ist reduziert
  • Wir sind leichter aufzuwecken
  • Die „innere Uhr“ schwächt sich ab
  • Häufigerem Wechsel der einzelnen Schlafphasen
  • Der Schlaf wird häufig auch durch arthritische und andere Schmerzen, Prostatabeschwerden und durch Herzschwächen bedingte nächtliches. Wasserlassen usw. gestört
  • Es findet eine natürliche Verlagerung des Schlafs von der Nacht in Richtung Tag statt

Die weit verbreitete Ansicht, ältere Menschen benötigten weniger Schlaf als jüngere, ist falsch, denn der Schlaf nimmt insgesamt, wenn man ihn über 24 Stunden erfasst, kaum ab. Ältere Menschen kompensieren Schlafverluste im Allgemeinen in dem sie am Tage kurze Schläfchen halten, z.B. Mittagschläfchen, Einnicken beim Fernsehen oder bei der Zeitungslektüre. Nach neuesten Forschungsergebnissen entspricht es den natürlichen Bedürfnissen des Körpers, mindestens einen Kurzschlaf am Tag zu halten. Diesen „Luxus“ kann man sich erst im Ruhestand gönnen, wenn der Zwang geregelter Arbeitszeiten entfällt.

Die Veränderungen des Schlafbedürfnisses und der Schlafdauer sind von Person zu Person unterschiedlich, denn neben dem Alter beeinflussen vor allen Dingen persönliche Gewohnheiten und äußere Zwänge den Schlaf jedes Einzelnen.

Ältere Menschen gehen meist früh zu Bett. „Wer um 22 Uhr einschläft und um fünf Uhr morgens erwacht, hat sieben Stunden Schlaf. Das ist völlig ausreichend für einen älteren Menschen, der zudem noch seinen Mittagsschlaf hält. Von einer Schlafstörung kann da eigentlich nicht die Rede sein.

Der Griff zu Schlaftabletten spielt mit zunehmendem Alter für viele Menschen eine wachsende Rolle. Sie können jedoch genau wie eine Reihe anderer Medikamente(Cortison, Medikamente gegen Herzerkrankungen, Theophyllin usw.). den Schlaf negativ beeinflussen, denn sie bauen sich bei älteren Menschen langsamer ab und können zu nicht gewünschten Nebenwirkungen führen.

„Der Schlaf ist wie eine Taube, wenn man nach ihr greift, fliegt sie davon!“ Diese Erfahrung macht jeder, der seinen Körper zum Schlaf zwingen will.

Tipps:

  • Direkt nach dem Aufwachen aufstehen

Es empfiehlt sich wenn man morgens sehr früh munter ist, direkt aufzustehen unabhängig von der Uhrzeit. Man sollte nicht versuchen den fehlenden Schlaf nachzuholen, indem man länger liegen bleibt. Das hat die gegenteilige Wirkung. Genießen Sie in Ruhe Ihr Frühstück, lesen Sie gemütlich die Zeitung und wachsen Sie langsam in den Tag hinein.

  • Aktive Tagesgestaltung

Aktive Senioren schlafen besser, wie eine Gallup-Studie aus dem Jahr 1988 belegt. Menschen die im Alter aktiv bleiben und sich bewegen (Sport treiben, spazieren gehen, wandern, Gymnastik machen, Hobbys nachgehen etc.) finden leichter in den Schlaf.

  • Gehen Sie an die frische Luft

Frische Luft, Licht und ggf. körperliche Aktivitäten im Freien begünstigen den Schlaf bzw. die Schlafqualität und man schläft nachts besser ein und durch. Das helle Sonnenlicht wirkt sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus.

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung

Schwere Kost und übermäßigen Alkoholgenuss am Abend vermeiden. Am Tage aber genug trinken, dafür abends nur noch wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, um den nächtlichen Harndrang zu vermeiden.

  • Auf Mittagsschlaf wenn möglich verzichten

Verzichten Sie, wenn möglich auf den Mittagsschlaf und bleiben Sie tagsüber wach. Wer jedoch den Tag ohne Schläfchen am Mittag nicht überstehen kann, sollte darauf achten, dass dieser auf eine halbe Stunde, maximal eine Stunde begrenz wird. Wer tagsüber schläft verkürzt den Schlaf in der Nacht.

  • Schlafritual einhalten

Ein abendliches Ritual kann hilfreich sein um Körper und Geist auf eine geruhsame Nacht einzustellen. Es kann beispielsweise darin bestehen, in einem Buch zu lesen, einen Tagebucheintrag zu verfassen oder leichte Musik zu hören. Wie dieses Ritual genau aussieht, bleibt im Grunde jedem selbst überlassen, es sollte jedoch regelmäßig stattfinden.

  • Gehen Sie spät ins Bett

Versuchen Sie Ihren Schlafrhythmus so zu gestalten, dass Sie nicht zu früh ins Bett gehen, sondern bleiben Sie lieber etwas länger munter.

Ganz entscheidend für den nächtlichen Schlaf sind Bett und Schlafzimmer. Das Schlafzimmer sollte kühler sein als ein Wohnraum. Mehr als 18 Grad sollten dort nicht herrschen. Außerdem sollte das Zimmer gut gelüftet sein.



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