Sommer, Sonne, Urlaubszeit – darauf freuen sich viele Menschen das ganze Jahr über. Doch was ist, wenn man im Urlaub keinen erholsamen Schlaf findet? Die Schlafkampagne erläutert die Hintergründe und gibt Tipps.

Ortswechsel und Alltagsflucht

Im Urlaub freut man sich oft nicht zuletzt auf eines: endlich ohne den Alltagsstress gut durch- und vor allem ausschlafen zu können. Dabei besteht aber die Gefahr, sich selbst unter Druck zu setzen und das genaue Gegenteil zu erreichen. Der bessere Schlaf im Urlaub wird daher oft falsch verstanden: Durch Ortswechsel und Alltagsflucht in einem womöglich gemütlichen Hotelbett könne man besser schlafen. Das kann, muss aber nicht so sein. Egal welche Art von Urlaub man macht – ob Kultur-Reise, Sportferien, Strandurlaub, Camping -, eins haben alle Varianten gemeinsam: Sie verändern den individuellen Tagesablauf und das generelle Verhalten; sie bringen in der Regel einen Ortswechsel mit sich, oft geht es ins Ausland und damit in eine andere Kultur und andere klimatische Verhältnisse; man ändert für einige Tage oder Wochen seine Ess- und Trinkgewohnheiten, bewegt sich anders (vielleicht mehr, vielleicht weniger), man ist anderen Stressfaktoren ausgesetzt als daheim, man schläft zu anderen Zeiten und leidet womöglich unter Jetlag. All diese Faktoren haben Einfluss auf den Schlaf. Unser Organismus und unser Biorhythmus werden gehörig durcheinandergewirbelt. Das kann sich positiv auswirken – aber eben auch negativ.

Die Umgebung

Im Urlaub nächtigt man im Hotel, in der Ferienwohnung, im Zelt oder Campingwagen – und das erfordert eine Umgewöhnung. Nicht nur der Raum ist anders, sondern auch das Bett. Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass man in einem fremden Bett und fremder Umgebung erstmal schlechter schläft als zu Hause, wo man alles den individuellen Wünschen und Anforderungen gemäß eingerichtet hat. Und das muss nicht unbedingt eine Aussage über Qualität sein – auch wenn an sich alles stimmt, kann der Schlaf beeinträchtigt sein. Eben weil es ungewohnt ist.

Manch einer benötigt ein, zwei Nächte zur Eingewöhnung, ein anderer wälzt sich dauerhaft schlaflos hin und her, was mit Leistungstiefs am Tag einhergeht und die Urlaubsfreuden erheblich trübt. Jeder Mensch reagiert anders, daher gibt es kein Patentrezept für dieses Problem. Es gibt aber kleine Stellschrauben, an denen man drehen kann. So ist es empfehlenswert, das eigene Kopfkissen mitzunehmen, erstens weil es besser zu einem passt als jedes Hotelkissen, zweitens weil es hilft, einen Teil des heimischen Liegegefühls auch am anderen Ende der Welt zu genießen. Auch kann man Dinge mitnehmen, die zu Hause auf dem Nachttisch stehen – ein Foto, ein Buch etc. Das schafft Vertrautheit.

Das Klima

Im Winterurlaub ist es kälter, im Sommerurlaub reist man in Länder, die erheblich wärmer sind als Deutschland. Diese abweichenden klimatischen Bedingungen wirken sich auf den Kreislauf aus, auf unseren Organismus und daher auch auf den Schlaf. Während man die Temperatur im Skiurlaub noch über die Heizung regeln kann, ist das in einem warmen bis heißen Land ein Problem, dem man unter Umständen nicht entfliehen kann. Man kann aber schon im Vorfeld sicherstellen, dass das Hotelzimmer / Schlafzimmer tagsüber auf der von der Sonne abgewandten Seite liegt, damit es sich nicht übermäßig aufheizt und zudem möglichst über lichtdichte (nicht blickdichte!) Vorhänge oder Rolläden verfügt, die die Hitze draußen halten. Morgendliches und abendliches Stoßlüften ist wichtig um die Feuchtigkeit, die der Mensch abgibt, nach draußen zu leiten und die Luft zu erneuern. Bezüge und Bettwäsche sollten sommertauglich sein, der Stoff der Nachtkleidung möglichst dünn, damit man nicht übermäßig schwitzt. Bei großer Hitze kann man nachts das Fenster geöffnet lassen, solange man keine Zugluft abbekommt – denn dann besteht die Gefahr von Verspannungen oder gar einer Erkältung.

Essen und Trinken

Auch wenn es schwerfallen mag, sollte man im Urlaub bei Essen und Trinken dieselben Regeln wie daheim beachten, denn die Ernährung und mit ihr der Stoffwechsel haben nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Schlafqualität. Gerade bei großer Hitze sind eher leichte Mahlzeiten zu empfehlen und zu reichhaltiges und fettiges Essen zu meiden – vor allem abends. Wer dennoch nicht verzichten möchte, verlegt Deftigeres auf Frühstück oder Mittagessen und hält sich am Abend zurück. Zurückhaltung ist auch bei Alkohol angesagt. Der gilt zwar als Einschlafhilfe, stört aber das Durchschlafen. Anregendes wie Koffein und Nikotin sind am besten in den Stunden vor dem Zubettgehen ebenfalls zu meiden. Was uns zur nächsten Frage bringt – wann geht man im Urlaub ins Bett, wann steht man auf?

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