Schlafdiagnose, <center>Schlafdiagnose</center>

 

Quelle: ©Wikipedia, Creative-Commons-Lizenz 3.0 Urheber Petter Kallioinen

 

Nach vorsichtigen Schätzungen leiden mehr als 20% der Deutschen (also ca. 8 Millionen Betroffene) unter einer Schlafstörung die behandelt werden sollte. In der modernen Schlafmedizin sind mehr als 80 klinische Schlafstörungen bekannt, die zu Beschwerden auch am Tage führen. Für die Schlafdiagnose hat die nächtliche Aufzeichnung der Biosignale von Schlaf, Motorik, Atmung und Kreislauffunktion eine überragende Bedeutung.

Die Diagnose kann

  • Online mittels Berliner Fragebogen ( nur zur Vorabklärung zu empfehlen)
  • Mittels ambulante Schlafdiagnostik (Vorteil schlafen in eigener Umgebung)
  • ​Im Schlaflabor

durchgeführt werden.

Das Ziel der Diagnostik ist es, mögliche organische Ursachen einer Schlafstörung zu erkennen und ein objektives Bild über das Ausmaß zu gewinnen.

Die Basisparameter der Schlafdiagnostik sind

  • EEG (Messung der Gehirnströme)
  • EOG (Messung der Augenbewegungen
  • EMG (Messung der Muskelspannung im Kinn)

EEG (Elektroenzephalogramm)

Der Begriff geht auf den Neurologen Hans Berger zurück, der 1924 an der Universität Jena die ersten Elektroenzephalographien des Menschen vornahm.

Das Elektroenzephalogramm (EEG) misst die elektrische Aktivität des Gehirns, ähnlich wie das EKG (Elektrokardiogramm) die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet.

Für die auf der Kopfhaut zu messenden Signale bekommt der Patient eine Haube aufgesetzt, mittels derer die Elektroden auf bestimmte Punkte der Kopfhaut aufgesetzt werden können. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos und kann beliebig oft wiederholt werden

In der Schlafmedizin ist die Untersuchung Teil der Polysomnographie. Das EEG wird hier mit reduziertem Elektrodensatz über die ganze Nacht abgeleitet und heute meistens elektronisch aufgezeichnet. Die Kurven von gesunden Menschen weisen ein ganz charakteristisches Muster auf. Veränderungen oder ein untypisches Auftreten dieser Muster können Hinweise auf Schädigungen bzw. Veränderungen im Gehirn liefern

EOG (Elektrookulogramm)

Elektrookulografie ist ein Messverfahren, bei dem anhand elektrischer Signale die Bewegung der Augen mittels in Augennähe auf die Haut geklebter Metallplättchen, den genannten Elektroden, gemessen wird.

Das EOG hat besondere Bedeutung in der Schlafpolygraphie zur Identifikation der durch schnelle Augenbewegungen (REM) gekennzeichneten Traumphasen.

Beim Einschlafen treten langsame, rollende Augenbewegungen auf, während des REM-Schlafs schnelle Augenbewegungen (REM = rapid eye movements).

EMG (Elektromyogramm)

Die Elektromyografie (EMG) ist eine elektrophysiologische Methode in der neurologischen Diagnostik, bei der die elektrische Muskelaktivität gemessen wird. Sie wird in der Regel im Kinnbereich, da hier die Muskelaktivität im REM-Schlaf besonders ausgeprägt ist

Durch das EMG lassen sich Aussagen über Krankheiten der Nerven- und Muskelzellen machen.



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