Jetlag

 

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Die weltweite Verbreitung des Begriffes „Jetlag“ (im heute verwendeten Sinne) geht auf die Arbeit des amerikanischen Chronobiologen Dr.Charles Ehret (1923–2007) zurück. Durch sein 1893 zusammen mit Lynne Waller veröffentlichtes Buch „Overcoming Jet Lag“ gelangte der Begriff erstmals an die breite Öffentlichkeit.

Das Buch in über 200.000 Exemplaren verkaufte Buch erregte damals nicht nur Aufmerksamkeit bei Musikern, Sportlern, Geschäftsleuten, Diplomaten und Schichtarbeitern, sondern auch beim amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und dem Militär.

Als Jetlag (aus dem Englischen von Jet ‚Düsenflugzeug‘ und lag ‚Zeitdifferenz‘) ist eine nach Langstreckenflügen über mehrere Zeitzonen auftretende Entgleisung des Schlaf-Wach-Rhythmus zu verstehen.

Die innere Uhr ist nicht mehr mit der neuen Ortszeit synchron, d.h. sie passt sich nicht kurzfristig an eine neue Ortszeit an, mit der Folge, das Licht und Dunkelheit zu ungewohnten Zeiten auftreten und die natürlichen Rhythmen wie Essens- und Schlafenszeit, Hormonproduktion oder Körpertemperatur aus dem Takt kommen.

Bei einer schnellen Reise über mehrere Zeitzonen ist die innere Uhr ist nicht mehr mit der neuen Ortszeit synchron und das hat Folgen:

  • Licht und Dunkelheit treten zu ungewohnten Zeiten auf
  • Essens- und Schlafenszeit, Hormonproduktion oder Körpertemperatur kommen aus dem Takt
  • Es prägen sich unterschiedliche körperliche und psychische Beschwerden aus, wie Schwankungen der Herzfrequenz oder Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen in Form von Ein- und Durchschlafstörungen treten auf
  • Müdigkeit, Schwindelgefühl, Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit bei körperlichen, manuellen und kognitiven Anforderungen sind an der Tagesordnung
  • Der Magen-Darm-Trakt ist betroffen. Es tritt dann auch zu ungewohnten Zeiten ein Harn- und Stuhldrang auf, oder es stellt sich ein Hungergefühl zu unpassenden Zeiten ein

Fliegt der Reisende über mehrere Zeitzonen nach Westen, verlängert sich der Tag, was unserer eher langsamer gehenden inneren Uhr entgegenkommt. Der Grund für diesen Unterschied liegt darin, dass die „innere Uhr“ des Menschen zu einem Rhythmus hin tendiert, der die 24 Stunden übersteigt. Fliegt man also von Ost nach West (zum Beispiel von Deutschland in die USA), ist der Tag länger – dies kommt dem biologischen Rhythmus eher entgegen. Wenn man jetzt noch versucht sich der Ortszeit anzupassen und noch ein paar Stunden wach länger wach zu bleiben, wird man relativ wenige Umstellungsprobleme haben.

Grundsätzlich empfinden die meisten Betroffenen einen Flug in Richtung Fernost bzw. Australien als wesentlich belastender, denn Flüge in östlicher Himmelsrichtung verkürzen die Taktphasen, da entgegen der Richtung der Sonnenwanderung geflogen wird. Es kommt wesentlich schneller zum Sonnenaufgang und damit zum früheren Aufstehen und insgesamt erscheint der Tag wesentlich kürzer.

Der Vorbeugung und Behandlung dienen insbesondere Verhaltensempfehlungen, die erleichtern, sich an die Zeitzone des Zielortes anzupassen.

Allgemeine Verhaltensempfehlungen

  • Bereits im Flugzeug die Uhr auf die Uhrzeit des Ziellandes umstellen, um sich mental an den neuen Zeitrhythmus zu gewöhnen
  • Halten Sie bei einem Westflug nur kurze Nickerchen, bei einem Ostflug dagegen versuchen Sie besser durchzuschlafen.
  • Trinken Sie während des Fluges keinen oder nur wenig Alkohol, besser viel Mineralwasser oder Fruchtsäfte, um der Austrocknung des Körpers auf langen Flügen entgegenzuwirken
  • Am Tagesrhythmus des Zielortes teilnehmen und soweit möglich viel Zeit am Zielort im Freien verbringen
  • Für ausreichenden Schlaf in der ersten Nacht nach der Ankunft am Zielort sorgen.



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