Äußere Einflüsse und einige innere Reize haben im Schlaf weniger Einfluss auf das Gehirn als im Wachzustand. Das Gehirn wird gewissermaßen deafferentiert und teilweise der sensorischen Stimulation beraubt. Dies hat in der Vergangenheit zu der Vorstellung geführt, dass der Schlaf eine passive Phase ist, die im Gegensatz zum aktiven Zustand des Wachzustands steht. Dieses Konzept wurde im Lichte der physiologischen Erkenntnisse der letzten 50 Jahre verworfen. Die meisten Teile des Gehirns sind im Schlaf aktiv, auch wenn sich ihre Funktionen und Wechselbeziehungen vom Wachsein unterscheiden. Bis in die 1950er Jahre wurde angenommen, dass der Schlaf ein homogenes oder einheitliches Phänomen ist, das das Gegenteil des Wachzustands darstellt. Elektrophysiologische Untersuchungen in den 1950er Jahren zeigten jedoch eindeutig, dass es zwei Hauptschlafzustände gibt, den Schlaf mit langsamen Augenbewegungen (NREM) und den Schlaf mit schnellen Augenbewegungen (REM). Die Tatsache, dass sie in der Regel nacheinander auftreten, ohne dass ein Wachzustand dazwischen liegt, hat ihre Erkennung wahrscheinlich verzögert.

Siehe auch Schlafprofil


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