Kaltschaum-Weichschaum oder HR-Schaum ist wie der herkömmliche Standardschaum ebenfalls ein Polyurethan (PU oder PUR) hergestellt. Kaltschaum wird auch als HR-Schaum (high resilient) bezeichnet, weil er mit höherer Stauchhärte hergestellt werden kann, als konventioneller Heißschaum.
Durch besondere Rezeptur ist bei der Herstellung von Kaltschaum kein Heizprozess zum Aushärten des Schaumes erforderlich, daher der Name Kaltschaum. . Die Herstellung erfolgt heutzutage selbstverständlich ohne FCKW
Der besondere Vorteil von Kaltschaum liegt in seiner Beschaffenheit. So besitzt Kaltschaum nach dem Schäumungsprozess ca. 90 % geschlossene Poren (Zellen). Dies hat den Vorteil, dass bei der stundenlangen Nachreaktion im Schaumstoffblock keine Feuchtigkeit eindringen und die Reaktion beeinflussen kann. Die für die Qualität hochwertiger Kaltschaummatratzen erforderliche Offenporigkeit erreicht man durch maschinelles pressen mittels Walzwerke unmittelbar nach der Aushärtung. Die Zellen platzen auf.
Anschließend kann der Stoff in verschiedenen Zonen, die sich etwa durch unterschiedliche Dichte, Stauchhärte und Raumgewicht auszeichnen, aufgeteilt und schließlich zu einer Kaltschaummatratze verarbeitet werden.

Vorteile von Kaltschaummatratzen
• Leicht, eine Matratze mit z.B. einem Raumgewicht von 40 kg/m3 wiegt bei einer Größe von 100/200 cm und einer Dicke von 10 cm ohne Bezugsstoff nur 8 kg,

• Durch das offenporige Gefüge wird ein idealer Feuchtigkeitsaustausch und Feuchtetransport geschaffen. Hierbei wechseln Druck- und Sogwirkung ähnlich dem Prinzip eines Blasebalges ab.

• Durch die hohe Dauerelastizität springt bei einer Entlastung der Matratzenkern fast sprunghaft in seine ursprüngliche Lage zurück. Es treten keine Mulden oder Kuhlen auf

• Hohe Luftdurchlässigkeit, durch die Millionen kleinster offener Zellen (Luftbläschen) werden Hitzestauungen vermieden, es findet ein idealer Luftaustausch statt

• Anpassungsfähigkeit an Körperkonturen und Lattenroste. Der Schaumstoff gibt den natürlichen Körperbewegungen nach, ohne dass der Körper deshalb schwimmt.

• gutes Wärmerückhaltevermögen. Der Grund für die gute Wärmeisolation sind die vielen kleinen offenporigen mit Luft gefüllten Zellen und Luft ist wie bekannt ein schlechter Wärmeleiter.

• hoher Liegekomfort. Ab einem Raumgewicht von 28 findet eine richtige und individuell stützende Körperlagerung statt.

• Härtegrad der Matratze kann gewählt werden. Es besteht die Möglichkeit ggfs. Härtegrade unterschiedlich über die Matratze zu verteilen. Kaltschaum wird deshalb häufig für die Herstellung von bis zu 7-Zonen-Matratzen eingesetzt

Die Kernhöhe sollte mindestens 14cm betragen.
Für eine optimale Lebensdauer und geringstmöglichen Verschleiß sollte eine Kaltschaummatratze etwa alle 1 bis 2 Monate gedreht und gewendet werden.



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