Pflege zu Hause ist für viele Familien eine Herzensangelegenheit. Doch neben Organisation, Medikamenten und emotionaler Fürsorge gibt es einen Faktor, der oft unterschätzt wird – aber maßgeblich über Wohlbefinden, Schmerzen und sogar die Lebensqualität entscheidet:
👉 das richtige Liegen.
Warum liegt die größte Verantwortung oft im Liegen?
Viele pflegebedürftige Menschen verbringen täglich viele Stunden im Bett – manche fast rund um die Uhr. Der Körper ist dadurch permanent Druck, Reibung und Feuchtigkeit ausgesetzt. Wenn diese Belastungen zu hoch werden, können Druckgeschwüre entstehen.
Es geht also nicht nur ums „bequem liegen“, sondern um Druckverteilung, Entlastung, Temperaturregulation und Bewegungsförderung.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei konkreten Beschwerden oder Hautveränderungen bitte immer Fachpersonal hinzuziehen.
Pflegematratzen – Orientierung im Überblick
Der Markt ist groß – aber die Funktionsprinzipien sind gut verständlich. Grundlegend unterscheidet man zwischen passiven und aktiven Matratzenlösungen, die speziell zur Druckentlastung entwickelt wurden. Einen guten Überblick bietet auch pflege.de:
🔗 https://www.pflege.de/hilfsmittel/pflegematratzen/antidekubitusmatratzen/
1. Weichlagerungsmatratzen (passive Systeme)
Diese Matratzen bestehen aus besonders druckentlastenden Materialien wie viskoelastischem Schaum. Ihr Ziel: Druck gleichmäßiger verteilen, damit keine stark belasteten Körperstellen entstehen.
Mehr Infos zu diesem Matratzentyp bietet pflege.de:
🔗 https://www.pflege.de/hilfsmittel/pflegematratzen/antidekubitusmatratzen/weichlagerungsmatratzen/
Ideal für:
- Menschen, die lange liegen
- leichte bis mittlere Dekubitus-Risikosituationen
- Pflege zu Hause mit regelmäßiger Umlagerung
Vorteile:
- leise und wohnlich
- pflegeleicht
- keine Stromversorgung nötig
2. Wechseldruckmatratzen (aktive Systeme)
Hier arbeiten Luftkammern, die im regelmäßigen Rhythmus befüllt und entleert werden. Dadurch wird der Druck auf verschiedene Körperpartien abwechselnd reduziert. Das hilft besonders dann, wenn häufige Umlagerungen schwierig sind.
Details zu Funktionsweise und Varianten finden sich bei pflege.de:
🔗 https://www.pflege.de/hilfsmittel/pflegematratzen/antidekubitusmatratzen/wechseldruckmatratzen/
Ideal für:
- Menschen mit stark eingeschränkter Mobilität
- hohes oder sehr hohes Dekubitus-Risiko
- Situationen, in denen automatisierte Entlastung nötig ist
Vorteile:
- aktive Druckentlastung
- Unterstützung für Angehörige
- entlastende Ergänzung zu manueller Lagerung
Das Bett entscheidet mit – nicht nur die Matratze
Zur Matratze gehört immer das passende Pflegebett. Ein gut eingerichtetes Bett unterstützt sowohl die pflegebedürftige Person als auch die Angehörigen:
- Höhenverstellung → rückenschonende Pflege
- Oberkörper- und Beinhochlage → für Atmung, Kreislauf und Komfort
- einfache Transfers → Sicherheit und Sturzprophylaxe
- gutes Mikroklima → weniger Feuchtigkeit, weniger Hautirritationen
Schlafqualität ist hier ein entscheidender Faktor: Nur wer gut liegt, kann regenerieren, Schmerzen reduzieren und besser durch den Tag kommen.
Die Vorteile von richtigem Liegen
Für die pflegebedürftige Person
- weniger Druckstellen
- geringere Hautbelastung
- bessere Durchblutung
- mehr Komfort
- mehr Schlafqualität
Für pflegende Angehörige
- weniger körperliche Belastung
- weniger nächtliche Umlagerungen
- mehr Sicherheit und Struktur
- Entlastung im Alltag
Die größten Missverständnisse der häuslichen Pflege
❌ „Eine normale Matratze reicht aus.“
→ Normale Matratzen sind nicht auf dauerhafte Druckentlastung ausgelegt.
❌ „Wechseldruckmatratzen sind laut und unangenehm.“
→ Moderne Systeme sind leise, fein justierbar und wohnlich.
❌ „Pflegebetten wirken wie im Krankenhaus.“
→ Es gibt mittlerweile sehr ansprechende, wohnliche Designs.
Wann lohnt sich eine spezielle Matratze?
Besonders sinnvoll ist eine Antidekubitus-Lösung bei:
- starker Immobilität
- täglichem, langen Liegen
- Schmerzen beim Umlagern
- niedrigem Körpergewicht (wenig eigene Polsterung)
- ersten Hautveränderungen oder Vorgeschichte
Bei Unsicherheit hilft eine professionelle Schlaf- oder Liegeanalyse.
Fazit: Pflege beginnt im Bett – und oft auch die Lebensqualität
Richtiges Liegen bedeutet weniger Risiko, weniger Schmerzen und mehr Wohlbefinden.
Für Pflegende bedeutet es mehr Sicherheit und Entlastung.
Für die betreute Person bedeutet es Würde und Komfort.
Ein gutes Bettsystem ist kein Zusatz – es ist ein Teil guter Pflege.
