Ein Boxspringbett ist längst kein Nischenprodukt aus Nordamerika und Skandinavien mehr. Auch in Deutschland ist das Angebot zeitgleich mit der Wahrnehmung der komfortablen Betten gestiegen. Doch mit der steigenden Vielfalt an Produkten sinkt auch die Transparenz. Was muss beim Kauf eines Boxspringbettes beachtet werden? Was ist entscheidend für die Qualität der Liegefläche? Sind die Betten für jeden Schlaftyp geeignet?

Im Folgenden werden wir Ihnen die Wertmerkmale von Boxspringbetten darlegen und darauf eingehen, für wen welche Komponenten der beliebten Schlafstätten geeignet sind.

Was ist ein Boxspringbett?

Unter dem Begriff Boxspringbett werden Polster- oder Kontinentalbetten verstanden, die mit einem besonders hohen Liege- und Schlafkomfort aufwarten. Der Begriff setzt sich aus den Teilen Kiste (box) und Bettfeder (spring) zusammen und beschreibt damit die Hauptbestandteile des unteren Aufbaus.

Insgesamt setzt sich die Schlafstätte aus drei Elementen zusammen:

  1. die Unterbox
  2. die Matratze
  3. der Topper
  4. Kopfteil
  5. Füße

Um tatsächlich und vor allem langfristig den Schlafkomfort zu erhöhen, müssen bei Boxspringbetten wie diesen hauptsächlich die ersten drei Komponenten gut aufeinander abgestimmt sein.

Die Unterbox

Das Untergestell des Bettes sollte aus einem stabilen Holzrahmen, bestenfalls aus Massivholz, bestehen. Innerhalb des Rahmens befindet sich bei einem echten Boxspringbett eine Federung. Bei Modellen, die lediglich in Boxspringoptik angeboten werden, ist dort oft nur ein Hohl- oder Stauraum.

Üblicherweise werden für die Federung Bonell- oder Tonnentaschenfedern genutzt:

  • Bonellfederkern
    Bonellfedern sind aus Stahl und für das Federkernsystem durch Drähte miteinander verbunden. Der Druck verteilt sich dadurch auf eine breitere Fläche und bietet eine gleichbleibende, nachgiebige Körperunterstützung auf dem gesamten Liegeplatz. Dieser Mechanismus zeichnet sich daher insbesondere durch seine weiche, schwingende Wirkung aus und eignet sich daher für Personen mit einem Gewicht von bis zu 100 Kilogramm.
  • Tonnentaschenfederkern

    Tonnentaschenfedern tragen ihren Namen aufgrund ihrer Form. In der Gestalt von Tonnen sind sie in kleine Taschen eingearbeitet, die mithilfe von Stoffnähten verbunden sind. Im Gegensatz zur weichen Bonellfeder wird bei einem hochwertigen Tonnentaschenfederkern eine hohe Festigkeit erreicht, die den Liegedruck in sieben Zonen ausschließlich punktelastisch verteilt. Dies verhindert eine starke Kuhlenbildung und eignet sich daher bestens für Personen mit einem Gewicht von mehr als 100 Kilogramm oder Menschen mit Bandscheiben- oder Rückenproblemen. Zusätzlich wirken die Taschenfedern schwungdämpfend.

Die Matratze

Das zweite Kernelement eines Boxspringbettes ist die Matratze. Wie auch bei der Unterbox können hier verschiedene Federkernsysteme zum Einsatz kommen. Grundsätzlich gilt, dass die Tonnentaschenfederung im Vergleich zur Bonellfederung allein schon durch die Herstellungsweise die hochwertigere Variante ist.

Allerdings gilt hier nicht automatisch, dass die Qualität mit der Anzahl der Federn zunimmt. Je mehr Federn pro Quadratmeter verwendet werden und je dicker der Federdraht ist, desto härter wird die Liegefläche. Ergonomisch betrachtet ist für den individuell optimalen Schlafkomfort aber das Verhältnis der eigenen Körperlänge sowie dem Gewicht in Relation zur Federanzahl entscheidend. Ist die Unterstützung zu gering, liegt man schnell in einer Kuhle, ist die Stärke zu hart, kann der Körper nicht richtig einsinken.

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, ist die Abdeckung der Matratze. Üblicherweise finden sich im Handel entweder Polyether- oder Kaltschaumabdeckungen. Um nach dem Aufstehen eine schnelle Rückkehr in die ursprüngliche Form zu gewährleisten, ist zweitere die bessere Wahl und erhöht zusätzlich den Liegekomfort.

Bei den Varianten ab 1,60 Meter werden üblicherweise zwei Matratzen verwendet. Dies ermöglicht die individuelle Wahl und Einstellung des Härtegrads auf der jeweiligen Schlafseite.

Der Topper

Um den Liegekomfort maximal zu erhöhen, wird ein hochwertiges Boxspringbett zusammen mit einem Topper angeboten. Hierbei handelt es sich um eine zusätzliche, aber weitaus dünnere Matratze, die auf die mittlere Lage des Bettes gelegt wird. Die Vorteile sind neben dem Schonen der unteren Matratzen eine durchgängige Liegefläche und die Erhöhung der Hygiene durch waschbare Überzüge.

Mögliche Topper-Varianten sind:

  • Topper aus Kaltschaum
  • Topper aus Visko
  • Topper aus Klimalatex
  • Topper aus Latex

Für die Wahl des Toppers ist vor allem die Wärmeregulierung entscheidend. Bei Kaltschaum wird die Wärme nicht gestaut, man liegt tendenziell aber warm. Topper aus Klimalatex sind punktelastisch und können die Körperwärme optimal ableiten. Damit sind sie insbesondere für Menschen geeignet, die zum Schwitzen neigen. Topper aus Latex sind eher weich, reagieren flexibel auf das Körpergewicht und sorgen für ein neutrales Schlafklima. Visko reagiert feinfühlig auf Druck sowie Körperwärme und ist daher insbesondere für Menschen mit Rückenproblemen geeignet. Für unruhige Schläfer oder Personen, die zum Schwitzen neigen, ist Visko allerdings nicht zu empfehlen.

Für ein optimales Bettklima sind zudem mindestens 5 Zentimeter an Fußhöhe zu empfehlen, damit die Luft ausreichend zirkulieren kann.