„Zwischen Mittagessen und Abendessen muss man schlafen, und zwar keine halben Sachen. Ziehen Sie ihre Kleider aus und legen sich ins Bett – und denken sie bloß nicht, dass sie weniger Arbeit schaffen, wenn sie am Tage schlafen. Das ist eine dumme Idee von Leuten ohne Vorstellungsvermögen. Sie werden sogar mehr bewerkstelligen!“.

Winston Churchill

„Powernapping“ heißt das Zauberwort, das in vor einigen Jahren aus Amerika nach Deutschland kam. Der Begriff “ kommt aus dem Englischen (power = Kraft, nap = Nickerchen) und man kann es mit „Leistungsnickerchen“ übersetzen, denn es verrät viel über Form und Inhalt des Trends: Es ist kurz und steigert nachweislich die Leistungsfähigkeit.

Der Powernap ist eine Art „Mittagsschlaf“ und soll dir dazu verhelfen mit mehr Power und Energie in die Nachmittagsstunden zu gehen. Geht es nach Medienberichten, soll er dich konzentrierter und somit leistungsfähiger machen. Das Powernapping ist daher nichts anderes als ein natürliches „Aufputschmittel“, denn der regenerative, 20 minütige Kurzschlaf hat nur positive Nebenwirkungen und ist nachweisbar wirksam. Die US-amerikanische NASA belegte in einer Studie, dass nach einem kurzen Mittagsschlaf die Aufmerksamkeit um 100 % ansteigt.

Ob Karl der Große, Albert Einstein, Leonardo Da Vinci, Thomas Edison oder Konrad Adenauer, alle waren extrem produktiv, sehr erfolgreich und nachweislich „Power Napper“.

Aber Manager, Wissenschaftler und Politiker halten bevorzugt heimlich einen kurzen Mittagsschlaf. Dabei haben sie prominente Befürworter: Konrad Adenauer oder sein „Enkel“ Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Jacques Chirac, Margaret Thatcher, Winston Churchill, Albert Einstein, Victor Hugo, Thomas Mann schliefen tagsüber, ebenso wie Karl der Große, Leonardo Da Vinci, Thomas Edison Johannes Brahms und Salvador Dali. Auch die meisten US-Präsidenten waren bekennende Mittagsschläfer.

In Japan ist es schon lange üblich und selbstverständlich, in der U-Bahn, auf der Parkbank, am Arbeitsplatz oder sogar in Konferenzen kurz ein Nickerchen zu machen.

Power-Napping ist populär:

  • In Japan zum Beispiel kennt man die Tradition des Nickerchens als Inemuri
  • In Spanien und den Mittelmeerländern heißt es schlicht Siesta.
  • In China sprechen die Menschen von sprechen von „Xeu-Xi“ und sie besitzen laut Artikel 43 der chinesischen Verfassung zumindest einen Anspruch, der ihnen das gelegentliche Abschalten am Arbeitsplatz garantiert.

Und so geht’s:

  • Nutzen Sie die beste Zeit für einen gesunden Kurzschlaf, nach dem Mittagessen zwischen 13.00 und 16.00 Uhr
  • Erlernen Sie die Entspannung und finden Sie Ihr persönliches „Schlaffenster
  • Es ist enorm erholsam, wenn es nicht länger als zehn bis maximal 20 Minuten dauert, Anfänger in der Kunst des Nickerchens brauchen etwas länger. Wichtig ist, dass man etwa dieser Zeit nicht in tiefere Schlafphasen fällt
  • Sorgen Sie dafür, dass sie nicht gestört werden Schließen Sie Störfaktoren wie Telefone oder Lärm aus
  • Mindestens 3x die Woche halten.
  • Der Kopf sollte entspannt liegen, Augen zu und entspannen.
  • Gönnen Sie sich nach dem Powernapping ein paar Minuten zum aufwachen
  • Stellen Sie sich unbedingt einen Wecker, damit sie nicht länger als 30 Minuten schlafen. Denn ansonsten könnten Sie in eine Tiefschlafphase hinüber gleiten und dann sind Sie nach dem Aufwachen nicht erholt, sondern müder als zuvor!

Was bringt das Power-Napping?

  • Das Krankheits-Risiko wird um Hälfte reduziert
  • Power-Napping wirkt leistungssteigernd, lebensverlängernd und stressmildernd auch wenn er noch so kurz ist
  • Der Energie verbrauchende Anteil unseres Nervensystems wird gebremst, die aufbauenden Körperfunktionen des Nervensystems werden dagegen angeregt und neu belebt.
  • Die Energiespeicher unseres Körpers werden wieder aufgefüllt, das Gehirn wird entlastet Beim Arbeiten wird die Reaktionszeit durch einen Mittagsschlaf um 15% schneller und die Fehlerquote halbiert sich.
  • Stresshormone werden deutlich schneller abgebaut und dadurch können die Herzkranzgefäße nicht mehr geschädigt werden.
  • Nach einem Power-Napping wird schneller reagiert, aufmerksamer und konzentrierter gearbeitet und die Betreffenden sind besser gelaunt als Kollegen ohne Mittagsschlaf, und zwar nachhaltig

Powernapping ist generell überall möglich, wo es Rückzugsorte gibt. Wenn Sie ein eigenes Büro haben können Sie sich regelmäßig zu einer bestimmten Zeit zurückziehen und eine Auszeit nehmen. Zuhause ist es natürlich am einfachsten.

In den USA und Japan dürfen daher immer mehr Angestellte und Manager einen mittäglichen „Powernap“ einlegen. Auch hierzulande hält der Trend langsam Einzug in Büros und Fabrikhallen, aber leider wird so ein „Mittagschläfchen“ von den Vorgesetzten nicht immer akzeptiert.

Zum Glück hat sich in letzter Zeit doch einiges in Richtung Akzeptanz getan, auch durch die “Aufklärungsarbeit” der Medien.

Beispiele:

  • Gestresste Manager können seit 2003 im Empire State Building, an der Wall Street und am Flughafen Vancouver futuristisch anmutende Schlafsessel, so genannte Pods, mieten
  • Piloten und dem Kabinenpersonal können in einige Fluglinien in USA und Europa auf Langstreckenflügen abwechselnd „kontrollierte Nickerchen“ halten.
  • Die US-Armee ist vom Sinn des Mittagsschlafes mittlerweile überzeugt: Mehrere Schlafspezialisten wurden bereits zu Elite-Trainingscamps gesandt, um Offizieren beizubringen, wie man Soldaten zum Mittagsschlaf abordert.
  • IBM, Apple, Elektroriesen und Erdölkonzerne erlauben Mittagsschläfchen
  • Das Eisenbahnunternehmen Burlington lässt seine Schaffner und Ingenieure sogar bis zu 45 Minuten schlummern. Vorausgesetzt, dass der Zug steht und ein anderer Schaffner hält Wache.
  • Die Mitarbeiter der französische Atomenergie-Kommission seit können 1990 in extra Ruheräumen powernappen.
  • Die Renovierungsfirma Okuta Corporation führte 2012 Power Nap ein und erlaubt seinen etwa 300 Angestellten, einmal am Tag 15 Minuten zu schlafen. „
  • Die Internetfirma GMO Internet stellt ihren Mitarbeitern eigens 30 Sofas in einem Konferenzraum für den Power Nap zur Verfügung
  • In Tokio gibt es inzwischen sogar Cafés, die sich auf Power Napping spezialisiert haben. Das „Corne“ zum Beispiel bietet berufstätigen Frauen zwischen Terminen oder während der Jobsuche die Möglichkeit, zu ruhen. 10 Minuten Power Nap für 160 Yen (ein Euro).
  • Auch in Deutschland stellen Unternehmen ihren Mitarbeitern entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung. Hierzu zählen unter anderem der Chemiekonzern BASF, der Automobilhersteller Opel und BMW, die Baumarktkette Hornbach und die Fluggesellschaft Lufthansa. Noch vor den privaten Unternehmen führte die Stadtverwaltung der Gemeinde Vechta im Jahr 2000 das „Dösen“ ein.

Für Schlafforscher Zulley hat sich Power-Napping allerdings bis jetzt in zu wenigen Firmen durchgesetzt: „Das Problem für viele Unternehmen ist, die Ruhephasen in den Arbeitsalltag zu integrieren. Hier muss man weg vom Stechuhr-Denken.“



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