Naturlatex-Gewinnung

 

Quelle: Wikipedia GNU-Lizenz für freie Dokumentation,Urheber Eigenes Werk Urheber PRA

 

Naturlatex wird aus dem Rindensaft des Gummibaums in Malaysia, Kambodscha und Indonesien gewonnen. Dazu wird die Rinde des Baumes angekratzt und der auslaufende Saft in kleinen Behältern aufgefangen.
Um das Gerinnen zu verhindern, befindet sich in jedem Gefäß eine kleine Menge konservierender Flüssigkeit.
Ein solcher Baum kann ab dem Alter von 5-7 Jahren angezapft werden und ist nach etwa 25 Jahren verbraucht. Die Latexmilch besteht zu 35 % aus Gummikügelchen, außerdem aus Zucker, Salz, Fett und Eiweiß. In Zentrifugen wird der Gummianteil abgeschieden (Rohkautschuk). Der Rohkautschuk wird mit Stabilisatoren vermischt und mit reiner Luft aufgeschäumt, anschließend in eine Form gefüllt und ‚Gebacken‘. Nach der Entformung wird der Latexkern gewaschen, geschleudert und getrocknet. Anschließend erfolgt die Weiterverarbeitung und Konfektionierung. Wie jedes Naturprodukt, unterliegt das Material Qualitätsschwankungen, die von Wettereinflüssen im Anbaugebiet geprägt sind.
„Reiner Naturlatex“ bedeutet, dass ausschließlich natürlicher Rohlatex zu den Schaumkernen verarbeitet wird ohne jegliche Anteile von synthetisch hergestelltem Latex. Die Bezeichnung „100 % Naturlatex“ bezieht sich auf das Polymer und bedeutet nicht, dass bei der Herstellung des Latexschaums keine Hilfsmittel wie Konservierungsstoffe, Schäumungsmittel, Vulkanisiermittel und Alterungsschutzmittel zugesetzt werden, deren Gesamtmasse aber nicht mehr als 5 % betragen darf.
Es ist technisch nicht möglich, Latexkerne ohne derartige Hilfs- und Ergänzungsstoffe herzustellen.
Die Bezeichnung ‚100 % Natur-Latex‘ wird daher oftmals missverstanden und kann als irreführende Werbung deklariert werden. ‚100 % Natur-Latex‘ heißt hier jedoch, dass das Primärmaterial für den Rohling, also der Latex, zu 100 % natürliche Ursprungs ist und keinerlei synthetischer Latex zugesetzt. Wenn jedoch der Begriff ‚Naturlatex ‚ verwendet wird – ohne 100 % -, so kann die Matratze zu einem ganz erheblichen Teil auch aus synthetischem Latex bestehen.
Leider ist der Begriff ‚Natur-Latex‘ bis heute weder genormt noch geschützt. Selbst im Internet gibt es über Latex und besonders über den Einsatz von Naturlatex im Matratzenbereich unterschiedliche Aussagen und viele ‚Halbwahrheiten‘.
Die 100-prozentige Naturlatexmatratze gibt es kaum, da dieser Naturlatex nicht die gewünschte Dauerhaftigkeit und Festigkeit aufweisen kann. Außerdem ist der Naturlatex nicht nur ein sehr teurer Rohstoff, sondern bei der industriellen Matratzenherstellung nicht immer in gleicher Qualität produzierbar. Die Sicherheit, eine Matratze zu erwerben, die ausschließlich aus Naturlatex gefertigt wurde, gibt lediglich das Gütesiegel QUL (‚Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen e.V.‘), das nur an Matratzen mit einem Naturlatexanteil von 100% vergeben wird.
Vorteile von Naturlatex:
• sorgt für ein komfortables Schlafklima
• passt sich sehr gut an die Körperkonturen an
• hat eine sehr hohe Punktelastizität
• weist ein sehr gutes Federungs- und Rückstellungsverhalten auf



Zum Inhaltsverzeichnis




Beitrag bewerten