Franz Waldhauser entdeckte 1990, dass die Gabe von Melatonin die frühen Schlafphasen verkürzt und den REM-Schlaf verlängert. Melatonin, welches oftmals auch als Schutzhormon und Reparaturhormon bzw. Regenerationshormon bezeichnet wird, hat vermutlich eine größere Bedeutung für die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden als bisher angenommen wurde.

Während der vergangenen 25 Jahre haben Wissenschaftler herausgefunden, dass „Schlafhormon“ Melatonin in einem Teil des Zwischenhirns (Zirbeldrüse) produziert und in den Blutkreislauf abgegeben wird. Das geschieht hauptsächlich nachts beziehungsweise bei Dunkelheit. Man bezeichnet Melatonin deshalb auch als Schlafhormon oder Hormon der Dunkelheit

Melatonin regelt das Schlaf-Wach-Verhalten anhand des vorhandenen Lichts. Er signalisiert dem Körper, dass Schlafenszeit ist und unterstützt die nächtliche Schlafbereitschaft. Die höchsten Melatonin-Konzentrationen werden nachts zwischen zwei und vier Uhr erreicht, danach sinkt der Melatonin-Spiegel wieder ab.

Welche Menge an Melatonin im Blut zirkuliert, bestimmt den Grundrythmus all unserer Organe, des Gewebes und jeder einzelnen Zelle und sie hängt nicht nur vom Tag-Nacht-Rhythmus ab, sondern auch von der Jahreszeit. Denn im trüben Wintergrau gelangt erheblich weniger Licht an die innere Uhr – in der dunklen Jahreszeit zirkuliert daher eine höhere Menge an Melatonin im Blut. Die Folgen kennt fast jeder: Müdigkeit und Reizbarkeit plagen uns eher als wenn die Sonne scheint.

Das Hormon Melatonin beeinflusst viele Bereiche des Körpers – so etwa den Schlaf und die innere Uhr.

Die maximale Melatonin Produktion wird im Kindesalter erreicht, während bei jungen Erwachsenen die Produktion schon aufn 20-30% des Maximalwertes abgesunken ist und mit zunehmenden Alter weiter absinkt. Deshalb sollte bei eventuellen Schlafstörungen auch ein Melatoninmangel in Erwägung gezogen werden.

Nachgewiesen ist die schlaffördernde Wirkung von Melatonin. Sowohl die Schlafeffizienz als auch die Einschlafzeit soll positiv beeinflusst werden. Immer mehr Menschen greifen auf Melatonin-Mittel zurück, um Jetlag oder stressbedingten Schlafstörungen entgegenzuwirken, denn Melatonin lässt sich nicht nur Körper sondern auch von außen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln zuführen.

In den USA gilt Melatonin als Wunderdroge und man kann das synthetisch hergestellte Melatonin ohne Rezept kaufen. Seit 2007 ist Melatonin durch die Europäische Kommission in der EU als Arzneimittel zur kurzfristigen Behandlung der primären Insomnie (schlechte Schlafqualität) bei Patienten ab 55 Jahren zugelassen. Die empfohlene Dosierung beträgt zwei Milligramm ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen und nach der letzten Mahlzeit und soll über drei Wochen aufrechterhalten werden. In Deutschland ist Melatonin in der Verwendung als Arzneistoff gemäß der Arzneimittelverschreibungsverordnung ein verschreibungspflichtiger Stoff,

Für die Verwendung in „diätetischen Lebensmitteln“ ist Melatonin gemäß dem Eintrag in die von der Europäischen Kommission erarbeitete Gemeinschaftsliste nach Artikel 13 mit den gesundheitsbezogenen Angaben „Melatonin trägt zur Linderung des subjektiven Jetlag-Gefühls bei.“ und „Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen.“ statthaft.

Diese Einschränkungen bestehen zu Recht, denn bezüglich der Unbedenklichkeit der Einnahme von Melatonin, insbesondere bei einer dauerhaften Einnahme, gibt es noch keine klaren Ergebnisse.


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