Eulen sind Spätaufsteher und bei ihnen tickt die Uhr deutlich langsamer als normal.

Eulen wachen tendenziell später am Morgen auf und sie sind zunächst weniger leistungsfähig (typischer Morgenmuffel), um am Nachmittag und Abend zur Hochform aufzulaufen.

Wenn sie z.B. morgens um sieben Uhr aufstehen müssen, kommen sie nur schwer in Gang, sind schläfrig und in den ersten Stunden des Tages appetitlos. Die Körpertemperatur der Eulentypen erreicht erst deutlich später ihr Maximum als die der Lerchentypen und fällt nur ganz allmählich ab.

Es hat keinen Sinn, schon vor dem Frühstück heftig auf sie einzureden, denn sie verabscheuen Gespräche gleich nach dem Aufstehen.Eulen wünschen sich gern in die Zeit des Sonnenkönigs zurück, der sein Frühstück erst um elf Uhr einnahm und seine Minister noch im Bette liegen empfing.

Folglich setzt beim Abendtyp die Müdigkeit erst relativ spät ein. Der Typus „Eule“ ist übrigens nicht unbedingt ein „Langschläfer“, denn eigentlich schläft er nicht länger, sondern geht später zu Bett und steht demzufolge auch später auf.

Die Aktivitätskurve in der obenstehenden Graphik wäre beim Abendtyp nach rechts, d.h. zu späteren Uhrzeiten verschoben.

Till Roenneberg, Chronobiologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärt uns, dass Eulen in einem permanenten „sozialen Jetlag“ leben. Wenn sie vom Wecker früh am Morgen aus ihrer gerade erst begonnenen Nachtruhe gerissen werden, häufen sie mit jedem neuen Werktag ein immer größeres Schlafdefizit an. „Es kommt zu einem beträchtlichen Schlafmangel, der dann am Wochenende ausgeglichen werden muss“,

Kurze Charakteristika:

  • Langschläfer
  • Morgenmuffel
  • Leistungskurve steigt nach dem Aufstehen langsam und stetig an
  • erreichen ihre Bestform erst gegen Mittag
  • bis in den späten Abend hinein meist fit und munter
  • sind oft bis Mitternacht produktiv
  • schwerfälliges Einschlafen
  • geringer Tiefschlaf in der ersten Schlafhälfte
  • Tiefschlaf in der zweiten Schlafhälfte

Eulen können mit dem Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ rein gar nichts anfangen.

Wer ein ausgeprägter Morgen- oder Abendtyp ist, wird mit dem gesellschaftlichen Zeitrhythmus in permanentem Konflikt leben. Im Normalfall beträgt dieDifferenz zwischen beiden Typen nicht mehr als zwei Stunden.



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