Kein Mensch schläft nachts durch und nächtliches Aufwachen ist völlig natürlich. Das geschieht bis zu zehn Mal pro Stunde für einige Sekunden und bis zu 23 Mal pro Nacht ohne dass der Schläfer es bemerkt, allerdings nicht im Tiefschlaf, sondern zu Beginn und zum Ende des Traumschlafs sowie im Leichtschlaf

Nur wer länger als drei Minuten wach liegt, kann sich morgens daran erinnern. Dies passiert etwa ein bis viermal pro Nacht. Wer noch häufiger fünf Minuten oder länger wachliegt, empfindet seinen Schlaf als gestört.

Typischerweise wachen ältere Menschen mehrmals in der Nacht auf und haben insgesamt einen leichteren Schlaf (geringere Weckschwelle).

Vielfach wird das Aufwachen für einen genetisch verankerten Schutzmechanismus gehalten, denn unsere Vorfahren schliefen in freier Wildbahn und das spontane Erwachen war ein wichtiger Schutz vor eventuellen Gefahren.

Sollten Sie also nachts aufwachen, dann drehen Sie sich um und schlafen Sie weiter, denn die Angst, wach zu bleiben, wird Sie daran hindern, wieder einzuschlafen

Dauern die kurzen Aufwachphasen jedoch länger so kann das viele Gründe haben, z.B.

  • die Angst, zu verschlafen
  • die Angst, einen wichtigen Termin zu verpassen
  • das Denken an ungelöste Probleme
  • Verarbeiten von tagsüber Erlebten
  • Existenzängste
  • Depressionen
  • Grübeleien
  • Sodbrennen
  • Reflux Krankheit
  • Restless-Legs-Syndrom
  • der persönliche Schlafbedarf wird einfach zu hoch eingeschätzt
  • unbekannte Geräusche aller Art
  • Harndrang
  • Alkoholkonsum
  • koffeinhaltige Getränke
  • Völlegefühl
  • Arzneimittel
  • Erkrankungen
  • Lärm
  • schlechtes Raumklima
  • Schichtarbeit
  • etc.

Die schlafmedizinische Therapie bei zu langen Aufwachphasen ohne zugrunde liegende chronische Erkrankung umfasst drei Formen:

  • Medikamentöse Therapie
  • Verhaltenstherapie
  • Selbsthilfe in Form verbesserter Schlafhygiene.

Die Behandlung dieser Schlafstörung hat in den letzten Jahren vor allem durch die inzwischen verfügbaren verhaltensmedizinischen Behandlungsformen Fortschritte gemacht, wobei diese eine erhebliche Mitarbeit der Betroffenen erfordern.



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